Blogger und der Einfluss auf das Internet

Verfasst von eisy am 16. Dez 2009 | Antworten

Beginne ich jetzt Blogger und Datenschützer gleichermaßen als „einflussreich“ zu bezeichnen, würden mich manche Blogger, aber auch viele Datenschützer am liebsten um die Ecke bringen. Trotzdem, Blogger und Datenschützer haben etwas gemeinsam. Beide besitzen sehr viel Bereitschaft, auf Geschehnisse im Internet aktiv einzuwirken. Datenschützer beispielsweise jammern wegen IP-Adressen, machen den Leuten den Einsatz von Google Analytics schwer und warum? Weil sie oftmals keine Ahnung haben, wie ätzend theoretisch ihre Ansichten sind. Über die Theoretiker und die Folgen der Entscheidungen, hat Andreas auf wp-zone.de bereits näheres im Artikel „Wie der Datenschutz das Internet ausbremst“ geschrieben.

Blogger nehmen genau so viel Einfluss auf das Netz. Allein 2009 hat es einige interessante Fälle von Abmahnungen gegeben, in denen Blogger aktiv das vermeintliche Opfer geschützt haben. Geschützt vor hohen Kosten. Dabei haben die Blogger aber oftmals dem abmahnenden Unternehmen geschadet. Nur weil ein Unternehmen durch die Druckwelle der Blogger etwaige Abmahnungen storniert, bedeutet es noch lange nicht, das dass Image vom Unternehmen wieder poliert ist. Unwahrscheinlich ist auch, dass die abmahnenden Unternehmen immer im Unrecht waren.

Eine etwas unüberlegte Herangehensweise – resultierend aus dem Mangel an Kommunikationswillen – rechtfertigt es noch lange nicht, dass Blogger dem Unternehmen direkt Schaden zufügen. Doch meist tun sie genau das, obwohl der abgemahnte Blogger manchmal sogar selbst Schuld trägt. Da spreche ich nicht von Stadt Augsburg, auch nicht von Jako etc. sondern davon, dass einfach nicht jede Abmahnung ungerechtfertigt ist. Leider vergessen viele Blogger ihren Mangel an juristischem Hintergrundwissen und verdrehen dann die Rechtsgegebenheiten.

Datenschützer und Blogger sind aber nicht generell böse. Sonst wüsste ich nicht ob ich lieber Datenschützer, oder besser Blogger sein wollte. Datenschützer tun viel Gutes, Blogger ebenso. Da es hier ein Blogger Magazin ist, gehe ich nicht weiter auf Datenschützer ein.

Gute Taten tun Blogger beispielsweise bei Spendenaktionen. Wir kennen es, es erscheint in den Medien ein tragischer Fall – wie zuletzt der Fall von Joel Rademacher. Joel Rademacher ist erst elf Jahre, kann aber innerhalb von wenigen Minuten jederzeit sterben, weil seine Hauptschlagader im Bauch jederzeit platzen kann. Er lebt mit einer Pulsuhr, muss seinen Puls immer unter 140 lassen und darf entsprechend wenig tun. Über sowas berichten Blogger gern, rufen Menschen zum Spenden auf und tun dabei sehr viel Gutes! Mehr Infos zu Joel Rademacher gibt es auf der Seite vom MDR Brisant.

Blogger können aber auch für Unternehmen viel Hilfeleistung bieten und werden nicht immer nur mit Abmahnungen in Verbindung gebracht. Wer nimmt denn an großen und kleinen Blogger-Aktionen teil? Wer berichtet über Twitter-Wandkalender oder über einen SEO-Adventskalender? Blogger! Eben, und in diesen Zügen bietet man dem Unternehmen ein großes Stück Unterstützung für einen eher kleinen Preis. Blogparaden, Gewinnspiele unter Bloggern – sicher, wie auch meine oft – und sämtliche anderen Aktionen. Wem bringt es meist wirklich etwas, außer der Quelle? Kaum jemanden, außer es steht mit vernünftigem Content in Verbindung der auch den eigenen Lesern hilft.

Man stelle sich mal vor, Blogger würde es nicht geben. Internetforen? Bringt meist nichts, denn die Links aus Foren haben nicht wirklich Trust. Außerdem ist die Masse an aktiven, lohnenswerten Foren eher gering. Tweets per Twitter? Bringen einen Effekt für Social-Media, ja, aber keineswegs einen einschlagenden Effekt in Google – heute zumindest noch nicht direkt! Große Medien sind die letzten die sich an jeder Aktion beteiligen würden. Also, was wollen Unternehmen machen, wenn Blogger nicht mehr bloggen? Trigami etc. sind Dienste die gnadenlos verschwinden würden. Vermutlich setzt man auch Dienste wie Teliad auf die letzte Kante vor dem Fall, da eine große Masse an Backlinks die zur Vermietung freistehen, aus Weblogs stammen. Sind Blogger weg, sind auch automatisch einige Unternehmen weg. Der Markt des Online-Marketings müsste sich in diversen Punkten neu orientieren – es gäbe sicher bald eine Lösung – und ohne Blogger, würden Marketingaktivitäten mit hoher Reichweite auch wesentlich mehr Budget erfordern.

In den letzten Wochen hat es einige solcher Marketing-Aktionen gegeben. Wie so eine Entwicklung bei der Anzahl der Backlinks für Unternehmen dann aussieht, zeigt die folgende Grafik. Die Kurve zeigt eine Aktion, die nur wenige Tage lief, aber für das Unternehmen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Auswirkung hat, die man sonst nur mit einem sehr hohen Gesamtbudget, oder mit einem hohen monatlichen Budget, hätte erreichen können.

Backlinks durch Blogaktion

Entwicklung der Backlinks durch Blogger

12 Tage lief die Aktion. Ich werde die weitere Entwicklung der Unternehmensseite in Zukunft noch beobachten. Mal sehen wie die Rankings sich bewegen, aber auch wie sich die Anzahl der Backlinks in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt.

Mit der Teilnahme an Aktionen unterstützt man direkt oder indirekt die Entwicklung von Unternehmen am virtuellen und dann auch am realen Markt. Es ist mit uns Bloggern also wie überall im Leben. Die einen brauchen uns, hassen uns aber trotzdem manchmal, die nächsten hassen uns generell, hätten uns aber eigentlich gebraucht. Dann sind da noch die Unternehmen die uns nie brauchen, aber auch nie hassen. Und zuletzt, da sind da noch die Anwälte und Datenschützer :-) die wie Blogger auch, mal böse und mal ganz nett sind. Irgendwie haben wir alle einen großen Einfluss auf die Entwicklung im Internet!

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Dies ist nur ein GravatarAutor: eisy

Dieser Beitrag wurde von eisy verfasst. Er bloggt unter anderem auf eisy.eu und eisy.net. In der Vergangenheit erschien von ihm bereits ein Artikel im Print-Magazin webselling. Das Business-Trendmagazin iBusiness zeigt sich regelmäßig an der Meinung von eisy zu Themen wie Online-Marketing, speziell zu Affiliate-Marketing, interessiert.

  • Website: http://www.eisy.eu

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