Am vergangenen Freitag gab es wieder ein neues Thema beim Webmaster-Friday. Es wird danach gefragt, ob man sich als Blogger auch mal eine Auszeit gönnen darf, oder ob man sich durchboxen sollte. Diesmal schreibe ich zum Webmaster-Friday nicht wie üblich auf meinem Blog, sondern hier auf blogszene.com.
Darf ich mir und meinem Blog eine Pause gönnen?
Das also die Frage, die gestellt wird und auf die ich hier nun kurz eingehen möchte. Grundsätzlich hat man natürlich jeder Zeit das Recht eine Pause zumachen sofern es um den eigenen Blog geht. Das ist ja prinzipiell das Schöne – “Mein Reich – Meine Regeln” sozusagen. Doch je nach dem welche Ziele man mit dem Blog verfolgt, kann das natürlich auch gewisse Auswirkungen haben. Heißt also konkret, dass es darauf ankommt was für eine Art von Blog man betreibt. Ich will das hier mal an 3 Beispielen festmachen.
- privater Blog
- kommerzieller Blog
- Cooperate Blog
Das sind die groben Hauptkategorien.
Blogpause für private Blogs
Einen privaten Blog betreibt man in der Regel rein aus Spaß. Man schreibt über sich selbst, seinem Leben, oder über ein Hobby. Ziele gibt es meistens nicht und gebloggt wird dann, wenn es was zu bloggen gibt, das einen bewegt. Heißt im Umkehrschluss – Legt man eine Blogpause ein, wird man dies sicher an den Besucherzahlen merken. Aber relevant sind diese in den meisten Fällen nicht. In einem rein privaten Blog, sollte man wirklich nur bloggen, wenn man auch Lust hat. Tritt nun der Fall der Krankheit ein, stellt sich die Frage nach dem Bloggen meist gar nicht. Ist es einfach nur die Lustlosigkeit, dann sollte man es auch dabei belassen und sich nicht zwingen. Hat man trotzdem das Gefühl, das man sich eine Blogpause nicht erlauben kann und zwingt sich zum Bloggen, besteht die Gefahr, dass man irgendwann gar keine Lust mehr hat.
Fazit: In einem privaten Blog sollte man Bloggen wenn einem danach ist. Ist das nicht der Fall, kann man ohne schlechtem Gewissen eine Pause einlegen. Die Besucherzahlen gehen zwar runter, aber das hat meist keine große Bedeutung.
Blogpause für kommerzielle Blogs
Anders sieht es da schon bei kommerziellen Blogs aus. Hat man einen Blog mit Verdienstabsichten und Zielen für Artikel-Frequenz, Besucher und Einnahmen, wird man sich hier nicht einfach auf die Faule haut legen können. Zumindest nicht, wenn man wirklich erfolgreich sein möchte.
Schlimmer wird es noch, wenn der Blog einen großen Teil der Lebenshaltungskosten deckt. Folge einer Pause wäre also im schlimmsten Fall, das man seine Rechnungen nicht bezahlen kann. Hängt allerdings auch von der Art der Einnahmen ab.
Kommt der große Teil der Einnahmen durch AdSense oder Affiliate-Marketing, gehen die Einnahmen nach einer gewissen Zeit proportional zu den Besucherzahlen runter. Setzt man stark auf die Direktvermarktung, bleibt im ersten Moment zwar der Verdienst, allerdings bucht der Werbekunde in der Regel für einen lebendigen und gut laufenden Blog, der die richtige Zielgruppe anspricht. Dieser könnte unter Umständen verärgert sein, wenn 2 Wochen nichts mehr passiert und im schlimmsten Fall die Kooperation beenden.
Doch was kann man tun?
Da gibt es mehrere Möglichkeiten – Von Vorteil ist immer, wenn man fertige aber unveröffentlichte Artikel in der Hinterhand hat, auf die man zurückgreifen kann. Diese sollte natürlich relativ zeitlos sein, sonst macht das spätere Veröffentlichen keinen Sinn. Auch eine Möglichkeit, das habe ich z.B. gemacht, als ich an Weihnachten eine Woche kürzer getreten bin: Interviews. Plant man eine Pause, kann man im Vorfeld ein paar Interview-Partner anschreiben und diese dann interviewen. Auch wenn ein individuelles Interview auch Zeit kostet, ist es im Vergleich zu einem ausführlichen Artikel doch etwas weniger Arbeit.
Eine weitere Möglichkeit wären Gastartikel. Entweder man sucht sich 1-2 Co.-Blogger die in der Zeit Artikel schreiben, oder man macht einen ehrlichen Ausruf daraus und bittet Blogger um das Einreichen von Gastartikel. Für die Blogger ist es ja immer auch Eigenwerbung, was natürlich der ein oder andere gerne annimmt. Die erste Variante, als der Co.-Blogger, hätte noch den Vorteil, dass man auch gleich jemand hat, der die Kommentare moderiert und auf Fragen eingeht. Natürlich will ein Co.-Blogger in der Regeln auch etwas dabei verdienen, das kann man aber vorher gleich einkalkulieren. Man verliert dabei auf jeden Fall keine Werbeeinnahmen oder gar Werbepartner.
Fazit: Eine Blogpause in einem kommerziellen Blog, der zum einen gewisse Ziele verfolgt und zum anderen auch den Lebensunterhalt mitfinanziert, ist schon eine Nummer schwieriger. Einfach 3 Wochen gar nichts tun, ohne ein Wort zu sagen ist nicht. Allerdings kann man alles regeln, wenn man es nur vorher plant. Planung im Vorfeld ist also das A und O bei einer Pause.
Blogpause für Cooperate-Blogs
Hier sieht es nochmal anders aus. Ein so genannter Cooperate-Blog dient hauptsächlich der Kundenbindung. Da kommt es dann schon stark auf das Unternehmen an, wenn es um das Thema Blogpause geht. In diesem Bereich habe ich keine konkreten Erfahrungen auf die ich zurückgreifen könnte, kann also nur 1+1 zusammenzählen um auf 3 zu kommen
Bei großen Unternehmen stellt sich die Frage eigentlich nicht. Ist diese gut aufgestellt, gibt es immer jemand, der die Aufgabe der Blog-Pflege übergangsweise übernehmen kann oder sich wenigstens um das nötigste, nämlich um die Kunden kümmert.
Bei kleineren Unternehmen, oder gar Einzelunternehmen wird es da schon schwieriger einen Ersatz zu finden. Denn dieser muss sich auch mit dem Unternehmen identifizieren können und die Philosophie verkörpern. Einen “Ersatz-Blogger” wird man an dieser Stelle wahrscheinlich nicht so leicht finden. Aber man sollte schon einen engeren Vertrauten darum bitten, mögliche Kundenreaktionen zu beantworten.
Generelles Fazit
In privaten Blogs ist eine Blogpause meist kein Problem, da oft einfach keine konkreten Ziele gesteckt wurden oder das Verfehlen der Ziele keine größere Auswirkung hat. Man sollte sich auf keinen Fall zwingen, denn dann geht irgendwann der ganze Spaß am Bloggen verloren.
Bei kommerziellen Blog oder Cooperate Blogs ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken zu machen. Artikel in der Hinterhand zu haben ist immer empfehlenswert und spätestens wenn man sie braucht wird man froh sein, dass man sich mal die Arbeit gemacht hat. Am Besten ist natürlich ein lebendiger Ersatz, aber den hat man halt nicht immer zur Hand.
Egal welche Variante man für seinen Blog wählt und jetzt wiederhole ich mich: Im Vorfeld schon planen!
Ebenfalls wichtig: Die Leser darüber informieren. Ein ehrlicher Infopost über die bevorstehende Zeit hat noch niemand geschadet und man wird sehen, dass das Verständnis da ist und evtl. noch der eine oder andere von sich aus Hilfe anbietet.
Grundsätzlich muss man natürlich immer im Einzelfall entscheiden, denn kein Blog ist wie der Andere und daher sind das hier alles allgemeine Tipps und Anregungen, die nicht pauschal anzusehen sind.
Bildquelle: aboutpixel.de / Kaffeepause © Ronald Leine











Aus persönlicher Erfahrung kann ich da nur zustimmen, bei privaten Blogs ist sicherlich eine kleine Pause kein Problem, bei größeren/kommerziellen Blogs kann da eine Woche Abwesenheit schon Folgen haben…