Das Miteinander fehlt?

Verfasst von eisy am 18. Mai 2010 | 8 Kommentare

In der letzten Woche trat wieder die Diskussion auf, ob das „Miteinander“ bei deutschen Bloggern immer mehr in den Hintergrund rückt. Persönlich sehe ich das von Branche zu Branche anders. Blogger im Bereich Online-Marketing beispielsweise sind wirklich eher Konkurrenten als befreundete „Mit-Blogger“. Das wirft natürlich einen komischen Blick auf die Sache, denn es schreibt eigentlich fast jeder nur seine eigenen Beiträge, springt aber kaum auf die Themen anderer Blogger auf. Dadurch geht die Lust aufs Verlinken verloren und am Ende wird alles auf die Social-Networks geschoben.

Zum Glück ist das nicht in allen Branchen so. Denn bei der Mehrheit aller Blogger sieht es ganz anders aus und die kleine Ecke der Marketing-Blogger sollte auf keinen Fall als Referenz für die Blogszene herangezogen werden, da diese Blogger in einer viel zu deutlichen Unterzahl sind. Ich bin selbst Blogger in dieser Branche, setze selbst sehr gern Links auf Beiträge anderer Blogger und stelle ja auch neue Blogs gern vor, was direkt kostenlose Werbung für diese Blogger darstellt. Themen anderer Blogger nehme ich zwar auch jede Woche auf, aber in anderen Bereichen. Im Marketing nicht mehr, seit mir mehrfach vorgeworfen wurde, würde keine eigenen Ideen haben. Obwohl ich eigene Beiträge schrieb und die anderen Beiträge verlinkte. Klar, da höre ich dann auf und fertig.

Andere Blogger freuen sich darüber und für die Leute mache ich das weiterhin. Das „Miteinander“ unter deutschen Bloggern leidet meiner Einschätzung nach in Deutschland nicht. Wir halten sehr gut zusammen. Einzelkämpfer gehen unter den Bloggern eigentlich meist unter. Man muss mit den anderen Bloggern „können“, wenn man dauerhaft seine eigene Reputation positiv aufbauen möchte. Beziehungen sind sehr wichtig, denn ohne Beziehungen gibt es keinerlei Wege seine eigenen Multiplikatoren zu finden. Erst letzte Woche hat es ein gutes Beispiel gegeben.

Beispiel für das Miteinander

Piet von Netzpanorama.de war gefrustet über einen – zugegeben sehr unpassenden – Kommentar der sich gegen seine Reviews von Trigami richtete. Es wurde die Werbung als Einnahmequelle für den Blogger kritisiert. Genau das was jeder Blogger braucht, greift ein Leser an. So einen Blödsinn darf man natürlich nicht im Raum stehen lassen. Da ich Piet seine Tweets auf Twitter seit langer Zeit verfolge und den Kontakt zu ihm derzeit auch etwas gesteigert habe, konnte ich mir einen eigenen Beitrag in meinem Weblog auf eisy.eu nicht verkneifen. Somit hatte Piet mich als Multiplikator für seine Message gewonnen.

Fazit

Das ist ein Beispiel wie die Blogszene in fast jeder Branche funktioniert. Nur an diese eigenwilligen Branchen darf man eben nicht glauben. Wer schreibt das Twitter die Schuld trägt, dass man weniger Kommentare oder Backlinks bekommt, der sucht Aufmerksamkeit und will eine Diskussion führen. In Wahrheit bekommt man immer noch sehr viele Links aus einer klasse Gemeinschaft, wenn man auch selbst gern Links verteilt. Nehmen und Geben, so wie schon in der alten Schule! Das „Miteinander“ fehlt also nicht.

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Dies ist nur ein GravatarAutor: eisy

Dieser Beitrag wurde von eisy verfasst. Er bloggt unter anderem auf eisy.eu und eisy.net. In der Vergangenheit erschien von ihm bereits ein Artikel im Print-Magazin webselling. Das Business-Trendmagazin iBusiness zeigt sich regelmäßig an der Meinung von eisy zu Themen wie Online-Marketing, speziell zu Affiliate-Marketing, interessiert.

  • Website: http://www.eisy.eu

8 Kommentare

  1. Im Kern stimme ich Dir zu. Das Miteinander fehlt in gewissen Microkosmen nicht. Jeder hat ja nun seinen mehr oder minder anderen Dunstkreis in dem er sich vorwiegend aufhält.

    Das Problem sind eigentlich eben die Neider. Die kommen und gehen im Laufe der Zeit. Wobei ich echt sagen muss, ich mag diese Art von Typen. Mehr als das kann man sich ja kaum erarbeiten ;-)

    Also immer locker durch die Hose atmen :-)

    2cent *klong*

  2. laemmy sagt:

    Mit deinen Ausführungen magst du, was die Marketing-Blogszene angeht recht haben. Kann sein, dass dort jeder eher sein Ding macht und sich speziell in dieser Branche ein stärkeres Konkurrenzdenken breit gemacht hat.
    Die Frage ist eben auch was das Ziel des eigenen Blogs ist. Das Ziel des Webmaster-Tagebuchs ist, etwas zurückzugeben. Das können Erfahrungen, Backlinks, Themes, Plugins und manchmal auch nur Theorien oder Ideen sein.

    Ich blogge nicht erst seit dem Webmaster-Tagebuch, sondern schon etwas länger. Rückblickend kann ich sagen, dass Aufmerksamkeit und ebenso Diskussionen absolut notwendig sind für eine gesunde Blogszene. Am Beispiel eines regionalen Placeblogs, lässt sich sogar festmachen, dass die Aufmerksamkeit unserer Leser durch Facebook und Twitter überhaupt erst sichtbar wurde. Gut besucht war das besagte Blog schon immer – viel kommentiert, war es leider nie. Das Feedback kam eher per E-Mail oder persönlich und war meist positiv.

    Das Beispiel von Piet zeigt wirklich gut, dass es ein Miteinander gibt. Doch sagen wir es mal so; zu diesem Miteinander zählen aber auch immer wieder die gleichen Leute. Etwas mehr Miteinander kann also nicht schaden.

  3. Peter sagt:

    Ich sehe es auch ähnlich wie im Beitrag geschildert. Je nachdem was für ein Blog betrieben wird, steht mehr oder wenig eine Gemeinschaft da.

    Leider denken aber viel zu viele was die andere doch machen könnten und nicht so sehr das sie vielleicht auch was machen könnten ohne gleich zu denken was sie dafür im Gegenzug bekommen könnten.

  4. Christian sagt:

    Was ein Beitrag, einfach nur Grandios !
    Die Tatsache das Twitter schuld sein soll an dem Kommunikativen aus unter Deutschen Bloggern, ist totaler schwachsinn.
    Ich verlinke sehr gerne, was man auch jeden Sonntag mit “Die Seite der Woche” bei mir sehen kann, merke das ich immer mal wieder Verlinkt werde und kann daraus schlussfolgern, das nur Blogger, die Verlinken auch verlinkt werden.
    Meist entsteht so der erste Kontakt, doch leider gibt es immer wieder ausnahmen und schwarze Schafe, die denken sie wären die besten und haben es nicht nötig auf Mails zu antworten.

    Erst gestern habe ich via MSN mit einem Leser meines Blogs telefoniert, zwar weil ich seine hilfe brauchte, aber auch sonst stehe ich gerne für meine Leser und auch anderen Bloggern zur Verfügung.
    Per E-Mail kann man alle Kotaktdaten erfragen um sich dann persönlicher mit mir in Verbindung zu setzen.

    Ich sag die deutschen Blogger schon immer als gemeinschaft, da man sich heutzutage schon Austauschen muss.
    Immer öfter entstehen dann auch gerne mal dickere Bekanntschaften bis Freundschaften.

  5. Crazy Girl sagt:

    Ich denke schon, dass wir alle im Hinblick auf das wirkliche Miteinander, auf der Verlinkungen untereinander etc. doch noch auch echte Defizite haben. Sicher ist es schon ganz nett wie Du beschreibst, aber wesentlich mehr davon würde keinem schaden und uns allen wesentlich mehr helfen ;-)

  6. [...] Das Miteinander fehlt [...]

  7. Andreas sagt:

    Hallo Eisy,

    erstmal sehr gelungener Artikel. Du hast recht, damit das das Miteinander in der Bloggerszene ein wenig zu kurz kommt. Wir haben vor kurzer Zeit ein Projekt auf Facebook gegründet, welches sich Blogger United nennt und wo wir Blogger verbinden möchten. Dort kann man auch sehr leicht Beziehungen zu anderen Bloggern aufbauen und sich mit anderen Bloggern über die verschiedensten Themen austauschen. Vielleicht passt diese Info ja zu deinem Artikel, ich denke schon. Würden uns freuen wenn du zu Blogger United kommen würdest :)

    Du findest unsere Facebookseite hier: http://www.facebook.com/BloggerUnited

    Liebe Grüsse

    BU – Admin
    Andreas

  8. puaA sagt:

    Ich finde, gerade in solch egoistischen Branchen kann man sich einen signifikanten Marktvorteil verschaffen, wenn man auch nur einen oder ein paar andere Blogger findet, mit denen man sich gegenseitig unterstützt. Die technischen Möglichkeiten dafür bestehen ja schon.

    Ich blogge gerade in einem Gemeinschaftsblog, an der thematischen Grenze zwischen Hardcore-Affiliate-SEO-Ellebogen-”ich nehme gerne viel und geb möglichst wenig”-denkenden Partnersuch-Branche und der PUA-Community, deren Prinzipien schon von der Grundidee her auf Gemeinschaftsdenken und sozialem Feingefühl beruhen. Die Branche ist noch recht neu. Aber ich bin mir sicher, in der dortigen Bloggosphäre werden künfitig auch hauptsächlich die vernetzten Blogs gefunden werden und die meiste Beachtung bekommen, genau wie es sich hier im Webmaster-Segment schon etabliert hat. Vernetzung ist und bleibt heutzutage einfach eine viel zu lohnende Erfolgseigenschaft. Diese bedauernswerten Blogger, die lieber auf einen kleinen Nutzen verzichten, wenn dadurch jemand anders einen größeren Nutzen hat, lasse ich einfach dort stehen, wo sie stehen. Vorraussichtlich werden die auch noch lange dort stehen bleiben. Deshalb ist es ja auch besser, mit denen nix zu tun zu haben und stattdessen zu versuchen, in Kontakt mit Leuten zu kommen, die Win-Win denken.

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