Umso mehr Zeit ich auf Facebook verbringe, desto skurriler kommt mir dieses soziale Netzwerk vor. Schon allein der Gedanke, ein Netzwerk könne sozial sein (wenn der eigentliche Gedanke lediglich darauf abzielt, möglichst viele Informationen aus seinen Nutzern zu saugen, ohne sie vorher zu fragen und diese Informationen auch Dritten zur Verfügung zu stellen) schließt eigentlich den sozialen Aspekt eines Netzwerkes aus. Der Hype um das Massenphänomen Facebook ist für mich zwar verständlich, aber wirklich nachvollziehen lässt es sich für mich nicht. Ich habe eine Vielzahl von „Freunden“ die keine sind! Ich kenne die Leute von Twitter oder aus irgendwelchen Blogs. Die Anzahl wirklicher Freunde auf Facebook geht gegen Null, dennoch verkünde ich dann und wann irgendein subtilen geistig nicht ernstzunehmenden Furz auf meiner Timeline und erhalte dafür auch noch Zuspruch!? Warum? Liegt die Antwort in der Einfachheit des Systems? Facebook ist ein Netzwerk. Ich soll mich also vernetzen, mit möglichst vielen und möglichst viele Informationen von mir preisgeben – Aber wofür? Worin liegt der Mehrwert dieses Netzwerks namens Facebook? Gut, im Falle von Google, bin ich gerne bereit Informationen von meinem Suchverhalten, Standort, etc. der Suchmaschine anzuvertrauen. Denn im Endeffekt garantiert man mir dafür bessere auf mich zugeschnittene Werbung. Ich muss sie ja nicht anklicken, aber es ist nett anzuschauen, was ein Algorithmus für mich als passend erachtet. Aber bei Facebook? Verknüpfe ich eine Anwendung mit meinem Profil, so hat diese im Endeffekt alle Informationen über mich und meine Freunde, welche ja eigentlich nur Web-Bekanntschaften sind. Die Werbeeinblendungen bei Facebook sind selten passend und so unattraktiv, wie ich sie noch selten gesehen habe, dennoch funktionieren sie. Aber braucht Facebook alle meine Daten um mir sinnfreie Werbung anzubieten? Ich denke nicht!
Eine Suche ohne Existenzberechtigung?
Das wirklich sinnfreiste, was mir in den letzten 30 Jahren begegnet ist, ist die Facebook-Suche. Ich frage mich eigentlich täglich, welche Existenzberechtigung dieses Konstrukt eigentlich hat und wo der „Gefällt mir nicht“-Button eigentlich ist? Eine Suche, welche mir langfristig gesehen eine Mischung aus Bing-Resultaten und Interessen meiner Freunde, welchen ich zu 95% noch nie im Real-Life begegnet bin, die Ergebnisse meiner Suchanfragen vorschlägt. Eine Suche, welche so ziemlich alles findet, nur die Facebook eigenen Seiten nicht. Eine Suche, welche ich nicht direkt ansteuern kann. Ich bin gezwungen, erst einmal irgendwas einzugeben um dann erst, ganz unten, nach einer Fülle von obskuren Vorschlägen, den Punkt weitere Vorschläge anklicken zu können und so in der wirklichen Suche zu landen? (Btw. Die Suche lässt sich schneller erreichen, wenn ihr sie direkt in der Adresszeile ansprecht.) Suche ich jetzt zum Beispiel nach „Facebook Brand permissions“, bekomme ich alles, aber garantiert kein Ergebnis zu den Brand Permissions von Facebook. Aber wer, und vor allem wozu ist die Suche von Facebook dann zu gebrauchen? Ok, ich kann nach Personen suchen, Seiten von Produkten und Marken finden oder Gruppen beitreten. Aber eine Lösung zu einem Problem oder einer Frage, die finde ich mit der Suche nicht. Selbst, wenn die Suche mit Bing kooperieren sollte, Seiten mit einer hohen „Like“ Anzahl darin Einfluss finden und dann noch die Interessen meiner „Freunde“ darin mit rumpfuschen … Sie bleibt letztendlich was sie jetzt schon ist, absolut fehl am Platz. Suchergebnisse als schon fast inzestuöses Konstrukt auf Grundlage von Pseudo-Bekanntschaften. Facebook ist die Zukunft, oder ist die Zukunft Facebook? Facebook funktioniert, das steht fest, aber wirklich fest steht Facebook damit sicherlich nicht. Alles, was schnell wächst, kann auch plötzlich genauso schnell wieder verschwinden.
Ich würde mir für die Suche die gleichen Möglichkeiten zum Ausblenden wünschen, wie es sie für nervige „Freunde“, Einladungen zu FarmVille, Geschenken oder sonstigen nervenraubenden Apps auf Facebook gibt. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf FarmVille, MafiaWars oder Anwendungen dieses Kalibers eingehen, da sie mich schon genug Nerven und Lebenszeit gekostet haben.
Wo ist mein Mehrwert?
Ich kann auf persönlicher Ebene keinen Mehrwert bei Facebook entdecken, nicht einmal im entferntesten Winkel meines Denkens. Auf beruflicher und kommerzieller Ebene schon eher. Denn für eines ist Facebook geradezu ideal: Um einem doch sehr minderfaltigen Anteil unserer Gesellschaft Dinge aufs Auge zu drücken und für relevant zu erklären, nur damit sie Fan werden oder die Produkte kaufen, welche wir für sie offerieren. Ein kommerzieller Mehrwert ist also gegeben, ein privater jedoch nicht.
Aber vielleicht habt ihr, die Leser, ja eine Idee, welcher Mehrwert sich eigentlich hinter Facebook und seinem Konstrukt eines (Sozialen)-Netzwerks eigentlich verbirgt? Ich bin auf eure Antworten gespannt.











vielleicht solltest du deine richtigen kollegen in facebook hinzufügen und die webbekanntschaften löschen… vielleicht erklennst du dann den nutzen
Word
Sehe ich genauso.. zu verspielt zu überladen mit Gimmicks so das die Nutzung keinen Spass macht. Dazu die Datenschutzbestimmungen die schrecklich sind und ständig wird einem irgendeine Seite oder App vorgeschlagen. Der Rest ist wie die VZ-Netzwerke die leider auch in diese Richtung steuern.
Aber es soll ja Menschen geben die FB auch für Geschäftliches nutzen, nur warum nimmt man nicht das aufgeräumte Xing?
Das soll kein FB Bash sein, ich verstehe es wirklich nicht…
naja. der homoeconomicus is ja bekanntlich vom austerben bedroht. es stellt sich also gar nicht die frage nach einem privaten mehrwert, den mann in euro umrechnen könnte.
für professionelle anwender sieht es da (bzgl. facebook) schon anders aus!
ich denke aber auch das fb in einer permanenten beta-phase ist. das labor wurde in die realität verlagert, und wenn ein großteil der user eine funktion “xy” scheiße findet, so werden die fb-entwickler sofort alles daran setzen, dies zu ändern (oder auf anderem wege den profit zu erweitern
der mehrwert entsteht für mich eher durch indirekte nutzung von fb. fb als forum oder vehicle oder als plattform für meine marke/produkte/etc. ein paar schöne buzzwords in diesem zusammenhang wären:
- mass customization
- user generated content
- open innovation
die funktionalität von fb sei dahingestellt. fb als datenbank betrachtet steigt im wert mit jedem zusätzlichen nutzer (leider?!)
achja. fast vergessen. eine “studie” zum thema, die auch gleich den begriff “homo connectus” prägen möchte…
http://bit.ly/ajQ91h
Endlich sprichts mal jemand aus. Ich denke genauso. Danke für diesen Artikel…!!!
Der private und persönliche Mehrwert ist wirklich ganz nah bei NULL.
Dazu kommt der absolute Overload an Infos und die Abneigung ein solches Netzwerk aufgrund von absolut übertriebener Komplexität erst kennenlernen und lernen zu müssen.
Da ist mir Xing oder die alten VZs lieber, da ist es für mich übersichtlicher. Aber vllt bin ich ja auch schon zu alt dafür…
Den einzigen Mehrwert sehe ich auch wie du im kommerziellen Bereich für mich, obwohl ich Facebook dazu noch kaum nutze.
Danke, Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe mir das Ding wegen dem Hype auch angesehen und bin bei der Anmeldung schon fast vom Stuhl gefallen, als die mein Passwort für die Emails haben wollten.
Auch ansonsten bin ich entweder zu blöd um das Ding richtig zu Nutzen oder es ist wirklich so, dass es keinen Nutzen bringt. Zumindest für mich nicht ersichtlich.
Wenn mir dann aber nicht internetaffine Leute erzählen, hey der hat ein Foto vom Saufen von sich in Facebook gestellt – da könnte ich vor Entsetzen nur noch schreien. Und nein ich rede nicht von 15jährigen, sondern von 30 bis 50 jährige, die sonst kaum mit dem Internet zu tun haben und sich hauptsächlich mit Emails, Facebook und Ebay beschäftigen…..
@Julian, Uwe & Mella,
es ist gut zu wissen das man nicht alleine mit der Frage dasteht und versucht (s)einen Nutzen aus FB zu ziehen, oder das Soziale Netzwerk auch mit anderen Augen zu betrachten als einen reinen Hype und must have unserer Zeit & Gesellschaft …
@Niki,
danke für den Link zur der Studie. Wir wandeln uns also langsam zum “Homo Connectus”? Erschreckend, aber irgendwie auch sehr wahr. Ich seh es ja selbst an mir, der erste Griff nach dem Aufstehen gilt dem Smartphone (EMails checken). Irgendwie muss man überall online sein, mit allen vernetzt und möglichst auf jedem Netzwerk angemeldet sein. Man könnte ja irgendwas verpassen … (Ich frage mich wie ich meine Jugend überlebt habe, eine Jugend ohne Mobiltelefone und lediglich einem 486 DX66 mit 210MB Festplatte) … Das ist also der Lauf der Zeit, immer schneller, effizienter & jederzeit erreichbar …
und @pemko,
nehmen wir einmal an ich würde deinen Rat befolgen. Ich lösche alle Personen mit denen ich noch kein engeren Kontakt hatte oder welche ich noch nie im RealLife gesehen habe. Was hätte ich dann? Doch wohl immer noch Facebook, oder nicht? Nur wäre mein Kreis enger. Die Informationsflut würde abrupt enden und ich würde mich immer seltener bei Facebook einloggen. Wenn überhaupt, dann wohl nur um Fan-Seiten als Admin zu betreuen. Facebook hätte dann noch weniger privaten Nutzen als jetzt, denn mit dem verbleibenden Rest würde ich via Skype, Mail, Telefon oder Twitter kommunizieren oder sie sogar offline treffen …
@lars: ja genau so ist es… du würdest facebook höchstens als flicker mit vernetzten Kommentaren nutzen… mehr nicht… brauche facebook nur als Werbung und den Kollegen mal schnell schnell ein foto zu zeigen wo ich gerade bin… sonst sieht man sich OFFLINE
Sieh es einfach entspannter, bei meinem Wagen kenne ich und nutze ich nur einen Bruchteil der möglichen Funktionen, aber er bringt mich idR hin, wohin ich ihn lenke!
Es ist schon ok, dass du Facebook nicht verstehst. Das geht vielen so, frag mal die Ilse Aigner.
Gerade das Sammeln der Daten ist essentiell, so lernt das System etwas über dich und deine Beziehungen, die Beziehungen deiner Beziehungen und kann dir so beispielsweise Kontakte vorschlagen. Es geht bei Facebook doch darum Leute kennen zulernen, und dies wird damit erst ermöglicht. Es ist wohl sehr Deutsch nur die ganzen Gefahren zu sehen und nicht die Möglichkeiten, die sich dadurch bieten. (Dass sich die Daten später nicht mehr löschen lassen, das ist eine andere Sache, aber ebenso Teil des Systems).
Die ganzen Spiele und Anwendungen halten die Normalanwender auf der Seite, es ist allerdings wirklich kein Problem diese aus der Timeline zu entfernen. Wieso man mit zwei Klicks viel Zeit verbringen kann erschließt sich mir nicht. (Kleiner Test zur Nutzungdauer der Plattform: Bei gleich vielen Kontakten auf Facebook um VZ-Netzwerk ist der Faktor der Freunde, die auf der Seite online sind locker um Faktor 5 bis 10 höher, so meine Erfahrungen.)
Bei Facebook habe ich hauptsächlich Kontakte, die ich schon einmal im echten Leben getroffen habe (oder wenigstens plane, diese zu treffen). Was wildfremde Menschen gerade tun interessiert mich hier nicht, dafür habe ich Twitter.
So bekomme ich über die Seite Infos darüber, was meine Freunde gerade machen, sie können sehen, was ich mache. Ein persönlicher Mehrwert ist damit für mich eindeutig gegeben, zumal ich viele von ihnen nicht regelmäßig sehe / sehen kann.
Die Suche zudem macht in den meisten Fällen genau das, was sie soll. Personen finden (besonders gut sogar, wenn es um Personen geht, mit denen man nicht befreundet ist, sie aber kürzlich über einen gemeinsamen Kontakt in der echten Welt kennengelernt hat. Mal ausprobieren!). Noch mal: Es geht hier um den sozialen Aspekt, wer sich eine Suche wie Google vorstellt, ist hier falsch.
Vielleicht wirst du mit der Plattform doch noch warm!
Jeder findet den Mehrwert auf Facebook den er zu finden versucht
Ich hab sehr wohl viele viele reale Bekannte dort mit denen ich in Kontakt stehe. Spiele gibt es bei mir gar nicht auf Facebook und Anwendungen auch so gut wie keine. Ich nutze es um zu kommunizieren und das ist für mich ein Mehrwert den mir bisher niemand geben kann im Netz, den ich fand noch nirgendwo soviel “verschollene” ehemalige Bekannte etc.
Kann Marc da eigentlich in allen Punkten zustimmen. Die meisten meiner Kontakte auf Facebook sind alte (Schul-/Kindergarten-)Freunde, Bekanntschaften von Partys oder Seminaren usw.
Geschätzte 95% habe ich schon mindestens 2 mal im RealLife getroffen, und selbst davon sehe/sah ich ca. 50% regelmäßig. Der wirklich enge Kreis meiner Freunde muss nicht auf Facebook sein, die sehe ich sowieso ständig.
Für mich hat Facebook, wie für Marc, den eindeutigen Mehrwert, dass ich vielleicht ein paar Sachen über Bekanntschaften kennen lerne die ich ohne FB vielleicht nicht kannte. Ich bekomme die Infos, die müssen mich nicht interessieren, aber ich muss sie auch nicht lesen.
Und vor allem bei alten Freunde ist das klasse, wenn man gerade mal nicht Zeit hat zu schreiben oder sich einfach lange nicht gesehen hat, kann man trotzdem ein wenig auf dem Laufenden bleiben.
Und für den ein oder anderen etwas schüchternen Facebookuser besteht die Möglichkeit mehr über eine Discobekanntschaft zu erfahren, bzw. wieder mit ihr in Kontakt zu kommen…
Tut mir leid für dich Marc, dass dein Leben scheinbar so langweilig ist dass du dauernd wissen willst was alle Leute so machen die du kennst.
Das ist ein immer wieder gebrachtes Argument.. aber im Ernst, wer interessiert sich wirklich dafür?
Die Leute mit denen ich wirklich etwas zu tun habe sehe ich regelmäßig oder telefoniere mit Ihnen und erfahre dadurch eben was sie tun. Würde ich ständig alles bei FB lesen, wofür ich nicht mal ansatzweise die Zeit hätte, bräuchte ich mich gar nicht mehr mit Ihnen treffen und der Kontakt bricht immer weiter ab auch wenn er ja scheinbar online immer noch da ist.
Das größte Problem ist aber dass man eben nicht nur Infos bekommt wie “xy ist schwanger” “xy hat einen neuen Freund”, sondern alles möglich, zb was sie gern mögen oder gerade in dem Moment machen. Aber das ist doch alles total unwichtig. Bläht aber ungemein deine neuen Nachrichten auf oder wie das bei FB heisst. Habe ich noch nie gelesen diese Seite und werd ich auch niemals tun weil ich eh nur Ausschnitte lesen kann weil ich bei so vielen Kontakten einfach nicht jede dieser Nachrichten lesen kann, dann müsste ich alle Stunde online gehen.
Ich stimme NICHT zu. Erstens weiß jeder was Facebook mit den Daten macht. Wenn du dich anmeldest und deine Daten freiwillig abgibst, nennt man das nicht “ungefragt”. Es steht in den Nutzungsbedingungen!
Facebook hat für mich sowohl privat als auch beruflich nen großen Mehrwert. Privat: Fotos, Kontakt halten, verabreden, events organisieren. Das geht sicherlich auch woanders, aber facebook hat nunmal alles, und dazu noch nen Haufen User.
Der Mehrwert ist vorallem der, dass er die Neugier die jeder Mensch hat befriedigt.
Zur Info:
Die meißten Seitenaufrufe auf Facebook kommen durch Männer, die sich Profile von Frauen anschauen die sie nicht kennen. Ich hab zwar nicht die Zeit um das zu tun, ist aber klar dass das so ist. Und so gut wie alle Mädels die ich kenne sind richtige FB-Nerds die alles stalken was registriert ist. Wie nötig oder unnötig das ist sei dahingestellt, ein Mehrwert ist es für die Personen jedoch allemahl
Gruß
Sumit
@Marc
Facebook verstehen und aus Facebook einen Nutzen ziehen sind zwei verschiedene Dinge. Ich verstehe Facebook schon, nur bedeutet es nicht (oder vielleicht gerade deswegen) finde ich persönlich für mich keinen essentiellen Nutzen der Plattform. Klar ich kann Bilder von meinem Milestone unterwegs hochladen (Was ich bei einigen auch mache) und ich habe mehr als 140 Zeichen zur Kommunikation mit anderen Personen, ich kann Mails verschicken, Chatten und nach anderen Personen suchen. Nur ist es für mich kein Argument eines für mich persönlichen Mehrwert, denn all diese Dinge kann ich in anderen Netzwerken auch. Und nur weil meine “Freunde” dort vor Ort sind, bedeutet es nicht automatisch eine Steigerung des Nutzens, Julian hat das schon sehr treffend auf den Punkt gebracht.
Was die Suche angeht, Facebook hat vor mit Bing zu kooperieren um die Suche, sagen wir einmal ein wenig aufzubohren, sie mehr zu einer Suche zu machen. Jedoch sollen dabei auch die Likes und Interessen deiner Freunde mit einfließen. Du hast also am Ende Suchvorschläge resultierend auf deinen Interessen und den Interessen deiner Freunde, deren und deinen Likes, womöglich noch den Interessen und Likes der größten Schnittmenge aller Nutzer. Du interpretierst die Suche als eine Personensuchmaschine, dass trifft im Moment vielleicht noch weitestgehend zu, aber dem versucht man ja entgegenzuwirken. Die Frage ist: Will man eine Suche dieser Art?
@Marcus
da hast du tatsächlich Recht, die Frequenz an “verschollenen” & “alten” Freunden, Klassenkameraden, etc ist wirklich nicht zu unterschätzen, sofern sie sich mit ihrem richtigen Namen angemeldet haben! Klar habe ich auch unzählige alte Freunde in meiner Kontaktliste … dennoch sind die meisten eher als Karteileichen anzusehen^^ Würde ich mich täglich mit jedem Kontakt auseinandersetzen den ich wirklich kenne oder mal gekannt habe, würde schon einiges an Zeit verstreichen … Zeit die ich auch besser nutzen kann, so hart das klingt.
@ForkingRobert
du schreibst das du schon geschätzte 95% mindestens einmal im Real Life getroffen/gesehen hast, manche auch mehrmals. Gleichzeitig aber schreibst du, dass der wirklich enge Kreis deiner Freundschaften nicht auf Facebook sein muss da man sich eh ständig sieht? Ok^^ Ich hätte da eine Frage (und bitte verstehe die nicht falsch): Hättest du das Gefühl irgendwas zu vermissen, wenn der Kontakt zu den weniger engeren Freunden (alten Bekanntschaften) nicht vorhanden wäre?
@Sumit
Hmm ein guter Punkt, die Nutzungsbedingungen^^ Hast du dir schon mal die Mühe gemacht und die, wie viele Seiten waren es doch gleich? Die ca 34 Seiten mal durchgelesen? Ich bin zwar auch der Meinung das der Datenschutz zu allererst bei einem selbst anfängt, dennoch gibt es einige Dinge (gerade für die jüngere Klientel der Facebooknutzer), welche erst nach einiger Zeit angepasst wurden.
Der Punkt das Facebook alles irgendwie in einem beinhaltet ist mehr der Schlüssel zum Erflog eines Unternehmens und für den einen oder anderen stellt diese Tatsache auch einen Mehrwert dar, aber ich sehe ihn darin nicht … Sorry^^
Facebook befriedigt also die Neugier? Naja, vielleicht eine sehr niedere Neugier … Eine Neugier mit dem Voyeurismus als Grundlage, aber doch keine Neugier welche sich auf Wissen oder den Erhalt von Wissen begründet.
@all
Was sich bis jetzt herausfiltern lässt, ist der Punkt dass die meisten Nutzer ihren Mehrwert in der Pflege von Bekanntschaften (ob alt, neu, be- oder unbekannt) sehen. Zudem bietet Facebook eine möglichst freie Plattform um sich und seiner Person gegenüber anderen ein gewisses Bild zu verleihen, sich zur Schau zu stellen oder auf sich aufmerksam zu machen, sei es durch Beiträge auf seinem Profil, Bilder, Videos, Likes, geteilten Links oder anderes. Facebook gehört zu einem Teil unserer Zeit, wie MySpace vor Jahren. Ich kann verstehen wenn andere ihren persönlichen Mehrwert daraus ziehen, oder dem Netzwerk sogar einen sozialen Nutzen abgewinnen. Aber muss das jetzt für mich als Individuum auch gelten? Man fühlt sich als jemand der Facebook kritisch gegenübersteht ein wenig in der Schattenseite, schließlich sprechen 500Millionen Nutzer gegen einen … und wenn die breite Masse es gut findet, dann muss es schließlich auch gut sein …
@Lars
genau das schreibe ich… Um deine Frage zu beantworten: Ja, ich denke das Gefühl hätte ich.
In spätestens einem Jahr werd ich auch anfangen zu studieren, was womöglich für mich eine neue Stadt, neue Freunde und Bekanntschaften bedeutet. Da möcht ich aufjedenfall mit meinen jetzigen Freunden in Kontakt bleiben und da man nicht immer die Zeit hat zu telefonieren o.Ä. find ichs ne gute Möglichkeit über Facebook schnell zu kommunizieren oder eben auf dem Laufenden zu bleiben.
Oder ein anderes Beispiel, meine Schwester macht derzeit ein Auslandssemester, ich habe allerdings nicht immer die Zeit mit ihr zu Skypen bzw. wenn ich am normalen Desktop PC bin habe ich nicht einmal die Möglichkeit dazu. Aber über Facebook kann ich mit ihr schreiben, kann die Fotos ansehen die sie dort gemacht hat usw.
Hoffe du verstehst jetzt evtl. besser was ich meinte…
Zu deinem “Schlusswort” im Kommentar, natürlich muss das nicht für alle gelten. Und wenn du genau hinsiehst wirst du enorm viele User auf Facebook finden die der selben Meinung sind wie du
und wenn wir schon beim Wundern sind:
- warum wird überall immer der Sinn drin gesucht
- letzten Endes folgen die sog. “sozialen” Netze nur den uralten Spielprinzipien
Ich setze mal einen Verweis auf diesen Podcast
http://chaosradio.ccc.de/cre162.html
Da wird sehr schön erläutert, welche Parallelen gezogen werden können zu normalen Spielen.
Follower/Freunde = Mitspieler/Mitstreiter
Like-Button/Retweets = Belohnung/Anreiz
Folglich sollte man nicht alles so bierernst betrachten, die einen spielen gerne, die anderen weniger. Das war schon immer so. Der einzige Unterschied, die Spiele finden jetzt online statt…
Facebook ist ein Wilder Westen. Wenn man ein paar Regeln bezüglich des Datenschutzes im Kopf behält und regelmäßig Facebook seine Meinung bezüglich Einstellungen sagt, kann man FB ganz gut zähmen.
Mein erstes soziales Netzwerk war WKW. Dort herrscht noch die digitale Steinzeit: Ein Novum war es als man vor einem halben Jahr anfing anzuzeigen, wann die Kommentare unter den Bildern verfasst wurden. Davor wusste man es einfach nicht.
]
Bei WKW ist die Unsitte einen falschen Namen anzugeben leider sehr verbreitet. Wenn ich mit jemanden befreundet bin, soll dort ein richtiger Namen stehen statt Peter BIGbangTHEORY.
[Wer allerdings in Rheinland-Pfalz und Umgebung eine volle Partyhütte braucht, sollte das Event in WKW eintragen. Das hat bisher immer funktioniert!
Seit ich auf Facebook als Haupt-Netzwerk gewechselt bin, prüfe ich bei jedem Kontakt ob ich ihn auch wirklich kenne und frag im Zweifelsfall nach. Genau hier hilft mir FB durch die Möglichkeit viele Daten geordnet(!) einzugeben. Wenn jemand sein Profil ordentlich mit Basis-Infos gefüllt hat, kann ich auch erkennen wie ich die Person einzuordnen habe. [Ansonsten greifen die "Datenschutz-Einstellungen" und es wird bei manchen so gut wie keine Information angezeigt an der man erkennen könnte, ob es die vermutete Person ist.]
Facebook erlaubt es nämlich die “Freunde” in verschiedene Gruppen zu stecken [Schubladen-Denken 2.0
]. Bei mir habe ich u.a. diese Gruppe: Meine Schule, Mein Abiturjahrgang, meine Unifreunde und AIESEC.
Besonders durch AIESEC lerne ich viele Leute kennen mit denen ich in Kontakt bleiben will und die ich oft zu diesem Zeitpunkt erst wenige Tage kenne.
“Freunde” zu denen ich keinen Bezug habe, lehne ich mittlerweile konsequent ab. Aber für alle anderen ist FB die ideale Plattform um in Kontakt zu bleiben, da man hier gleich einen Chat hat. Dadurch, dass der Chat von FB ist, muss man keine Liste von Synonymen pflegen um zu wissen wer sich hinter welchem Nickname versteckt.
Man sieht wer online ist und kann sofort ein Gespräch anfangen oder einfach so eine Nachricht zu schreiben ohne das man eine Information außer dem Namen selbst braucht.
Mein ICQ Account wird daher fast kaum noch benutzt, da der Aufwand einen Nickname zu erfragen und dann die Autorisierung zu bekommen den Nickname des Freundes in die eigenen Kontaktliste einzutragen zu dürfen ist einfach zu groß.
Ich nutze Facebook vor allem um meine Fotos zu zeigen. Bei FB ist die Schwelle einen Kommentar zu hinterlassen sehr niedrig und man muss sich keinen Namen ausdenken wie man es im restlichen Web tut. So bekomme ich mehr Feedback von den Leuten als bei den übrigen Präsentationsformen. Außerdem erfahren so die meisten von den Bildern und ich weiß danach auch wer es denn auf meine Fotos geschafft hat durch die Verlinkung der Personen.
Man kann diese Verlinkung kritisch sehen, aber jeder kann Verlinkungen auf die eigene Person wieder entfernen nachdem er informiert worden ist. Danach wird jeder erneute Verlinkungsversuch von FB geblockt.
Die Möglichkeit sich über andere Personen zu informieren, nutze ich eigentlich kaum. Wenn ich jemanden zu meiner Freundesliste hinzufügen möchte oder soll, prüfe ich erstmal ob ich die Person kenne und ordne sie in eine Gruppe, damit ich später den Überblick zwischen Kontakten und Freunden. Später schaue ich nur die Zusammenfassung der Pinnwänden meiner Freunde. Da ich mittlerweile die 10 bekanntesten Spiele meiner “Freunde” in die Blockier-Liste aufgenommen habe, ist der meiste Spam nicht mehr da.
Zurückbleiben nur die persönlichen Einträge, die die größte Bedeutung von all diesen Einträgen sind. Daher ist meine Pinnwand bei Facebook “sauber” d.h. frei von dem Spam dieser Spiele/Anwendungen.
Wichtig ist meiner Meinung nach einige Sachen bei FB regelmäßig mal zu checken, da FB die Angewohnheit hat einige bescheuerte Standard-Werte bei neuen Funktionen zu setzen.
Ich sehe auch nur einen Sinn von Facebook für komerzielle Seiten und das posten von News, damit man neben RSS Feeds, Newsletter und Twitter seine Artikel, News … an den Besucher bringen kann, der immer die aktuellesten News einer Seite beziehen möchte. Privat nutze ich kein Social Network, da mir meine Zeit dafür zu wertvoll ist.
Ich habe zwar einen Blog, aber immernoch keinen Account bei Facebook und daran wird sich in nächster Zeit auch sehr wahrscheinlich nichts ändern…
P.S.: Sehr gelungener Artikel!
Hallo,
ein ganz hervorragender Artikel der eigentlich erst gelesen werden sollte bevor man sich zu Facebook anmeldet. Ich habe heute meinen Facebook Account gelöscht und sämtliche Facebook Buttons und Widgets auf meinen Blogs entfernt.
Gebracht hat mir Facebook ohnehin nichts und dafür sind mir meine Daten dann doch zu schade. Twitter nutze ich dagegen sehr gerne und es bringt auch viele User auf meine Blogs.
P.S.: der Artikel ist zwar schon älter aber nichts desto trotz gerade zur zeit hinsichtlich Datenschutz bei Facebook aktuell.