Viele Blogger haben es bereits versucht, einen Blog zu einem bestimmten Thema aufzubauen, mit dem sie dachten sie können Geld verdienen. Oder etwa nicht? Schnell wird man dabei wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn neben dem ausbleibendem Geld, gewinnt man auch keine Aufmerksamkeit bei den Lesern und somit steigt auch keinerlei Aktivität auf dem Weblog. Meiner Meinung nach liegt dies häufig an der Distanz zwischen Lesern und Bloggern.

Die Distanz so gering wie möglich, aber so groß wie nötig zu halten, fällt schwer, wenn man sich mit dem Thema nicht wirklich identifizieren kann. Eben das Problem besteht dann, wenn man einen Blog nur des Geldes wegen betreibt und eigentlich gar kein Interesse am Thema hat. Doch darum soll es nicht gehen. Ich möchte auf wenige aber wichtige Optionen eingehen, wie Blogger die eigenen – sehr wichtigen – Leser näher an sich heran lassen können.

Beginnen möchte ich mit der kleinsten aller Optionen.

Die Autorenbox und „Über mich“ Seite

Keine andere Funktion / Option ist so simple und zugleich wirkungsvoll, wie es die Autorenbox ist. In ihr stehen wichtige Zeilen über den Blogger und wenn es der Blogger geschickt anstellt, richtet er zudem noch eine kleine „Über mich“ Seite ein, die aus der Autorenbox heraus erreichbar ist. Leser können sich ohne weitere Recherchen über den Blogger informieren. Wer Kenntnis über eine Person und deren Tätigkeiten hat, ist zeitgleich der Person auch ein großes Stück näher gekommen.

Die Autorenbox wird von vielen WordPress Themes bereits von Haus aus unterstützt. Der Inhalt der Box wird über das Profil im Adminbereich gesteuert. Wer die Box nachträglich einbauen muss oder möchte, findet bei Netz-Online.de die Anleitung: So erstellt man eine Autorenbox.

Live-Chat

Blogger die ihre Leser ganz nah an sich heran lassen und auf die Leser dann auch eingehen, spüren die positiven Auswirkungen meiner Ansicht nach schon nach wenigen Tagen oder Wochen. Je nach Größe des Leserstammes, dauert es entweder etwas länger, oder es geht schneller.

Mit einem eigenen Live Chat kommt aber auch eine ganz neue Herausforderung. Plötzlich muss man nicht mehr nur die Kommentare moderieren, sondern auch Chat-Sessions annehmen und durchführen. So ein Chat sollte kein Gruppenchat werden, sondern ein Chat zwischen einem Leser und dem Blogger sein. Blogger sollten individuell auf die Fragen der Leser im Chat eingehen. Spannende Fragen sind zu dokumentieren und für einen Blogbeitrag aufzubereiten. Genau da liegt nämlich der erweiterte Mehrwert für beide Parteien. Der Blogger bekommt Anregungen und Feedback, kann neue Themen ausarbeiten. Der Leser bekommt kurze, knackige Antworten im Chat und eine ausführliche Antwort im Blogbeitrag. Noch dazu kommen die Kommentare der Leser, die erneut Diskussionen bringen und neue Ansicht in den Raum stellen.

Live-Chats lassen sich über verschiedene Wege ermöglichen.

LiveZilla: Die Anwendung wird auf dem eigenen Server installiert und benötigt eine Installation auf dem Windows PC. Denn über den Client wird sich dann mit der Web-Applikation verbunden, in der sich der Leser befindet. Leser können jederzeit an der Website erkennen ob der Blogger im Chat erreichbar ist. Sobald ein Leser den Chat betritt, ertönt ein Signal am PC des Bloggers. Ist der Blogger nicht da, kann der Leser eine Nachricht hinterlassen. Aber schaut selbst, einfach LiveZilla.net aufrufen.

Zendesk: Für mich die aktuell beste Lösung ist Zendesk. Ich muss keine Chat-Software auf dem eigenen Server installieren, sondern bekomme alles beim Anbieter bereitgestellt. Den Live-Chat kann ich jederzeit öffnen und Leser können mit mir Kontakt aufnehmen. Bin ich nicht da, kann ein Ticket geschickt werden. Ich kann das Ticket direkt im Zendesk beantworten und der Leser bekommt eine E-Mail. Er kann wieder darauf antworten und dann wieder ich, und er, und ich, und er … Am Ende entsteht eine sauber gegliedert Konversation zwischen Leser und Blogger.

Ich setze Zendesk auf eisy.eu ein und kann dadurch sehr positives Feedback meiner Leser erhalten. Wer Zendesk ausprobieren möchte, schaut einfach auf der Website zendesk.com nach. Dort gibt es auch weiter unten Länderflaggen, hinter denen sich Videos verstecken.

Ich möchte zur letzten Variante kommen.

Formspring.me und Kontaktformulare

Sehr bequem ist natürlich die Einrichtung eines Accounts bei Formspring.me. Leser können ihre Fragen einfach ins kleine Eingabefeld eintragen und die Sache ist erledigt. Leider hat Formspring.me auch ein Problem. Die Fragen können nicht besonders lang und somit auch nicht ausführlich geschrieben werden. Das macht es dem Leser schwer, sich korrekt und unmissverständlich auszudrücken. Das ist auch ein Grund warum ich von Formspring.me auf das Ticketing von Zendesk.com umgestiegen bin.

Eine weitere Option ist das normale Kontaktformular. Entweder auf dem eigenen Server bei WordPress via Plugin, oder mit einem anderen Script. Wer es noch bequemer und sogar mit Statistiken möchte, der kann sich ContantMe.com ansehen. Jedoch ist diese Lösung dann schon kostenpflichtig, wenn man es sauber nutzen möchte.

Fazit

Nutzt die Möglichkeiten die zu euch passen. Wenn ihr keine Zeit für einen Live Chat habt oder einfach nicht der Typ für die direkte Kommunikation zu spontanen Fragen seid, dann macht es nicht. Das ist nicht schlimm, sondern das normalste der Welt. Wenn ihr keine E-Mails beantworten wollt, sondern lieber direkten Kontakt sucht, dann greift zum Live Chat. Wollt ihr beides verbinden, setzt eine kombinierte Lösung wie Zendesk ein. Was aber jeder nutzen kann, sind die Autorenboxen und die „Über mich“ Seiten. Vielen Leser schafft dies mehr Vertrauen. Was ja bei Blogs sehr, sehr wichtig ist.

Wenn eine der vielen Optionen umgesetzt wurde, sollte man sie jedoch auch sichtbar platzieren damit die Leser es wahrnehmen.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Abbau der Distanz zwischen Dir und Deinen Lesern!