Eigenes Blog erstellen – Installation, Design und Plugins

Verfasst von eisy am 21. Dez 2009 | 4 Kommentare

Nachdem im ersten Teil der Artikelserie unter dem Titel „Eigenen Blog erstellen – Erste Schritte“ nur um grundlegende Überlegungen ging und um die Wahl der korrekten Blogsoftware, soll es im zweiten Teil bereits um Plugins und Designs gehen. Bei der Blogsoftware WordPress werden Designs als „Themes“ bezeichnet, so auch in diesem und fortsetzenden Artikeln der Serie. Rund um WordPress Themes wird es in diesem Artikel etwas weniger geben, denn Designs sind Geschmackssache. Plugins werden genauer behandelt, da es bei diesen Dingen meiner Meinung nach Standards gibt, die in einem angehenden, erfolgreichen Weblog nicht fehlen dürfen.

Für den weiteren Verlauf dieses Artikels ist es notwendig, die Blogsoftware WordPress bereits installiert zu haben, oder diese zumindest in Zukunft nutzen zu wollen. Ist WordPress bereits installiert, kann Punkt 1 im Artikel übersprungen werden. Es ist dann notwendig, direkt zu „Punkt 2 – WordPress Themes“ zu wechseln. Nun viel Spaß und viele neue Erkenntnisse durch den zweiten Teil der Artikelserie.

Punkt 1 – WordPress Installationsanleitung

Vorbereitungen: Um WordPress auf dem eigenen Server zu installieren, muss sichergestellt sein, dass der Server PHP5 oder mindestens PHP4 unterstützt. Außerdem muss seit WordPress 2.9 auch mindestens MySQL Version 4.1.2 vorhanden sein. Wer sich unsicher ist, sollte vorher den Provider kontaktieren oder in seinem Webspace / Server-Angebot nachsehen. Wenn diese Fragen geklärt sind, geht es weiter.

WordPress wird auf wordpress-deutschland.org bereits mit deutscher Sprachdatei zum Download angeboten. Um die aktuelle deutsche Version von WordPress zu beziehen, geht’s auf die folgende Downloadseite: WordPress-Deutschland Download. Hier klicken wir nun auf das große .zip und laden die aktuelle Version auf die Festplatte.

Nach dem Download werden die Dateien entpackt und der Ordner „wordpress“ auf der Festplatte wird geöffnet. Darin befindet sich die Datei „wp-config-sample.php“ die jetzt mit einem Editor geöffnet wird. Ich empfehle als Editor Phase5 (http://www.phase5.info/) der kostenlos als Download verfügbar ist. In der Datei befinden sich ab der Zeile 16 Angaben, die erforderlich sind, bevor WordPress installiert wird. Außerdem muss Zeile 45, 46, 47, 48 noch mit einer beliebigen, langen und ausgedachten Zahlen-Buchstaben-Kombination gefüllt werden.

Die weiteren Zeilen müssen in der Regel nicht editiert werden. Die Datei kann nun gespeichert werden. Im Anschluss muss die Datei in „wp-config.php“ umbenannt werden. Jetzt wird im Ordner „wordpress“ noch eine Datei mit dem Namen .htaccess erstellt. Die Datei muss leer sein, der Punkt vor dem Namen gehört unbedingt dazu.

Die lokalen Vorbereitungen sind jetzt abgeschlossen. Mit einem FTP-Proprogramm (http://www.filezilla.de/) werden jetzt alle Dateien und Ordner die sich innerhalb vom Ordner „wordpress“ befinden, in den Ordner auf dem Server übertragen, der für die Website das Root-Verzeichnis (Hauptverzeichnis) darstellt, in dem der Weblog installiert werden soll. Sprich, in den Ordner, in den die Domain für das Weblog hinleitet. Die Dateien readme, liesmich und license können vorher, oder nachträglich gelöscht werden.

Nun muss man die Domain vom Blog aufrufen. Der Browser wählt dann automatisch die Installationsdatei an. Geschieht dies nicht, muss man hinter die Domain per Hand noch „/wp-admin/install.php“ anfügen (ohne „Anführungsstriche“). Er erscheint nun die Installationsroutine die nur wenige Schritte lang ist. Blogname (Titel) und die E-Mailadresse müssen angelegt werden.

Im nächsten Schritt bekommt man den Benutzernamen und das Passwort. Unbedingt das Passwort speichern. Nach dem ersten Login in den Adminbereich, wird empfohlen das Passwort zu wechseln. Dazu auf „Benutzer -> Dein Profil“ in der Navigation klicken und das Passwort wechseln. Findet man die Seite nicht direkt, einfach mal „/wp-admin/profile.php“ an die Adresse hängen.

Glückwunsch, die WordPress-Installation ist abgeschlossen! Jetzt ist das eigene Weblog aber noch nicht fit für den Einsatz! Es fehlen noch Plugins und ein anständiges Design, denn im Augenblick wird man noch vom WordPress Standard-Theme berauscht.

Punkt 2 – WordPress Themes (Designs) installieren

Für WordPress stehen Tausende kostenlose, aber auch sehr viele kostenpflichte Themes zur Verfügung. Die kostenlosen Themes findet man am besten per „Kostenlose WordPress Themes“ oder „free wp themes“ in Google & Co. Die kostenpflichtigen Designs schimpfen sich „Premium WordPress Themes“ und können auch darüber gefunden werden. Eine kleine Übersicht mit Quellen für kostenlose WordPress Themes gibt es bereits bei uns auf der Unterseite „kostenlose WordPress Themes“.

Die Installation von solch einem neuen Design geht sehr einfach. Man zieht das Design auf die Festplatte und schiebt dann den Ordner vom Design, inklusive aller Unterordner und Dateien, auf den Server hoch. Zielordner ist „/wp-content/themes/“. Im Adminbereich von WordPress findet man jetzt in der Übersicht der Themes das neue Theme aufgeführt und kann es direkt aktivieren oder sich erst eine Vorschau ansehen.

Gesagt getan, nach der Aktivierung ist das neue Theme sofort im Live-Modus und wird von allen Besuchern wahrgenommen. Wahlweise müssen jetzt Dateien an die eigenen Wünsche angepasst werden. Header bekommt ein neues Logo (header.php), Navigation soll verändert werden (sidebar.php) usw. Die Navigation kann auch per Widgets angepasst werden. Zu finden ebenfalls im Adminbereich im Punkt Design.

Viel mehr gibt es über WordPress Themes grundsätzlich nicht zu sagen. Es bleibt Geschmackssache und mit hoher Wahrscheinlichkeit, bleibt man als Blogger nicht lange bei der ersten Wahl. Man kann mit einem WordPress Theme Generator auch eigene Designs erstellen. Am besten funktioniert dies mit der Software „Artisteer – Theme Generator“ der auf wp-zone.de vorgestellt wird.

Punkt 3 – Wichtige WordPress Plugins

Plugins werden genau so installiert wie WordPress Themes, jedoch nicht im Ordner „themes“ sondern in „plugins“.

Fragt man verschiedene Blogger nach den wichtigsten Plugins, wird man wahrscheinlich stets andere Antworten bekommen. Wo sich Blogger aber relativ einig sind, ist die Tatsache, dass WordPress zwar für Suchmaschinen bereits eine gute Basis darstellt, aber noch mit Plugins aufgewertet werden kann. Zwischen wenigen SEO-Plugins für WordPress sollte man sich für eins entscheiden.

Zu 98 Prozent benutze ich überall wpSEO als SEO-Plugin für WordPress. Ich habe aber vorher lange Zeit mit All in One SEO Pack gearbeitet und kann es sehr empfehlen, wenn man kein Geld ausgeben möchte. Es bietet eine absolut ausreichende, stabile Basis für gutes SEO bei WordPress Blogs. Ein Update auf die Pro-Version gibt es außerdem. Wer bereits Geld verdient und lieber den Entwickler in Deutschland hat, der sollte natürlich auf wpSEO setzen, wenn es um professionelle SEO-Optionen in WordPress geht.

SPAM wird auch bei WordPress-Blogs wegen der Kommentarfunktion recht groß geschrieben. Um SPAM von Beginn an zu vermeiden, aber dabei auch die Datenbank von WordPress zu schonen, sollte man auf das Plugin „Antispam Bee“ setzen.

Das Plugin gibt Spam-Bots andere Kommentarfelder als normalen Benutzern. Somit brauchen echte Besucher nicht mit Captcha-Eingaben genervt werden. Eingaben von Bots werden in WordPress wahlweise direkt gelöscht, oder als SPAM markiert und abgelegt. Man kann auch einstellen das die SPAM-Kommentare nach X-Tagen automatisch gelöscht werden. Wer mit Antispam Bee arbeitet, kann im Plugin-Ordner direkt „Akismet“ löschen, denn das Plugin ist überflüssig. Auch andere Plugins zur Bekämpfung von SPAM sind nicht notwendig. Merkt man nach ein paar Wochen das doch noch SPAM unerkannt bleibt, kann man entweder die in WordPress vorinstallierte Blacklist benutzen, oder ein weiteres Plugin. Die Blacklist arbeitet bei mir seit gut 3 Jahren sehr effektiv und ist unter Einstellungen -> Diskussionen zu finden.

Suchmaschinen mögen den schnellen Zugriff auf neue Artikel und mögen daher auch den Einsatz von Sitemaps (Inhaltsverzeichnisse). Solch eine Sitemap generiert man am einfachsten mit dem passenden Plugin, dem „Sitemap Generator“.

Jetzt fehlt nur noch ein Plugin das die Usability für Besucher etwas verbessert. Unter dem jeweiligen Beitrag im eigenen Blog, kann man direkt ähnliche Beiträge einblenden, die den Leser ebenfalls interessieren könnten. Dies erledigt man mit dem Plugin „Yet Another Related Posts“ was auch kostenlos verfügbar ist und eine Vielzahl an Einstellungen ermöglicht.

Weitere Plugins kann man in der Plugin-Datenbank von WordPress.org finden. Es ist nicht empfehlenswert, kostenlose Statistik-Plugins für WordPress auf vielbesuchten Blogs zu installieren. Die Performance kann schnell in die Knie gehen. Außerdem ist mit WordPress Plugins immer vorsichtig umzugehen, da diese natürlich nicht zum Support von WordPress gehören. Sicherheitslücken die durch Plugins geöffnet werden, liegen nicht in der Verantwortung von WordPress.

Viele Blogger setzen zusätzlich noch auf Plugins die „Nofollow“ in den Kommentaren entfernen. Dazu findet man ausreichend Informationen im Netz. Dies hier – im Rahmen von absoluten Basics – zu thematisieren würde zu weit gehen.

Abschluss

Es ist nun der Moment gekommen, ab dem man sich als „Blogger“ oder „Blogbesitzer“ bezeichnen darf. Keineswegs ein Titel der einen im Leben zu Ruhm, Anerkennung und Ehre bringen muss. Millionär ist man auch jetzt noch nicht und das ist auch nicht das Ziel der Artikelserie.

Die Artikelserie wird als nächstes was zum Thema Blogbeiträge liefern. Wie man an die ersten Besucher kommt und wie man diese Besucher in aktive, regelmäßige Leser umwandelt. Nicht nur allgemeine Punkte, sondern auch direkte Beispiele wird es geben. Bis dahin jedoch, jetzt bitte die ersten eigenen Blogbeiträge verfassen, online stellen und sich mit WordPress selbst noch etwas mehr vertraut machen.

Vorherige Teile der Serie

  1. Eigenen Blog erstellen – Erste Schritte

Nachfolgende Teile

  • Derzeit keine nachfolgenden Teile verfügbar

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4 Kommentare

  1. Andreas sagt:

    Schöner Bericht, ist dir echt gut gelungen!
    Allerdings habe ich schon wieder etwas zu bemängeln ;-)
    Yet Another Related Posts Plugin ist zwar ein tolles Plug-in aber auch ein unheimlicher Perfomance Fresser und hinterlässt viel Müll in der Datenbank (auch nach sauberer deinstallation). Viel besser ist da Related Posts by Category von Sergej Müller(ebiene.de): http://bit.ly/7TbSCV welches nun auch auf Wunsch mit Thumbnails arbeitet.

    Gruß,
    Andreas

  2. Andreas sagt:

    Ach Mist, ganz vergessen: Danke für die Erwähnung und Verlinkung :-)

  3. eisy sagt:

    Gern geschehen :-)

    Was das Yet Another Related Posts Plugin angeht, so kann ich es trotzdem empfehlen. Es arbeitet einfach gut und wer keine ab 10.000 unique Besucher pro Tag auf seinem Blog innerhalb der Beiträge als bewegenden Traffic verzeichnen kann, der bekommt auch keine Sorgen mit dem Plugin. Die Performance die es braucht ist in Ordnung, keinesfalls wirklich zu übertrieben, denn da gibt es schlimmere Plugins ;-) .

    Das vom Sergej habe ich nie getestet, daher kann ich es niemanden empfehlen. Zudem sind bereits 2 Plugins von ihm im Artikel mit drin. Das muss auch als Werbung reichen (was kein Argument ist). :-)

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