Optimierung der Blog Ladezeit

Verfasst von Andreas am 13. Apr 2010 | 15 Kommentare

Seit letzte Woche ist es nun offiziell und von Google veröffentlicht: die Ladegeschwindigkeit von Blogs hat einen direkten Einfluss auf das Ranking der Suchmaschine. Bereits seit Monaten ist das ein Thema gewesen und einige Blogger haben zwischenzeitlich Ihre Blogs hinsichtlich der Geschwindigkeit optimiert. Das dies nicht nur Zeit sondern auch nervenaufreibend sein kann, hat bereits der ein oder andere ebenfalls feststellen müssen. Wir geben Euch ein paar Tipps, die helfen sollen, mit wenig Aufwand den Blog schneller zu machen.

 

Ursachen erforschen

Webmaster-Tools

Um überhaupt einschätzen zu können ob eine Notwendigkeit besteht, den eigenen Blog zu optimieren, sollte man vorher die Ladegeschwindigkeit ermitteln. Hier ist Google sehr hilfreich und bietet mit den Google Webmaster Tools, einen nicht zu unterschätzenden Service an. Unter Google Labs –> Website Leistung wird die Geschwindigkeit einer angemeldeten Seite ermittelt und anschaulich dargestellt. Darüber hinaus wird dem Anwender auch ein Browser Plug-in angeboten, welches ähnliche Resultate sowie Hilfestellungen gibt.

Grundsätzlich kann man sagen, das alles unter zwei Sekunden eine ordentliche Geschwindigkeit darstellt die man eventuell dennoch etwas verringer sollte. Ihr werdet auch feststellen, das die Zeitangaben beinahe täglich schwanken. Dies liegt in der Regel auch an Eurem Hoster bzw. Server auf dem sich Euer Blog befindet. Genau da fängt die eigentlich Optimierung auch an.

Hoster testen

Wer Geschwindigkeitsprobleme feststellt, sollte zuerst seinen Hoster mal genauer unter die Lupe nehmen. Es gibt diverse Online Dienste, die auch die Reaktionszeit vom Server ermitteln, ein paar davon habe ich erst kürzlich in diesem Bericht vorgestellt. Nutzt Ihr beispielsweise extrem günstiges Shared Hosting, bedeutet dies das Ihr Euch unter Umständen mit locker 200 anderen diesen Server teilt. Dies geht natürlich zu Lasten des Servers und letztendlich der Geschwindigkeit. Manchmal hilft es schon, ein etwas größeres Webhosting Paket zu nehmen damit der Blog wieder ordentlich rennt. Damit sind oftmals schon die gröbsten Probleme beseitigt.

Datenbank überprüfen

Die MySql Datenbank sollte hin und wieder mal gereinigt werden. Leider hinterlassen viele WordPress Plug-ins selbst nach einer Deinstallation bzw. Löschung, noch recht viel alten Müll in der Datenbank. Nicht jeder ist darin Experte und noch weniger trauen sich an eine manuelle Editierung der Datenbank heran. Ein empfehlenswertes WP Plug-in ist Adminer mit dem man dies auch automatisch bewerkstelligen kann, ohne große Kenntnisse haben zu müssen. Adminer säubert auch auf Wunsch die Datenbank und entfernt überflüssige Einträge. Gerade wenn die Datenbank ziemlich aufgebläht ist, weil man beispielsweise oft neue Plugins getestet hat, bewirkt eine Reinigung eine recht spürbare Leistungssteigerung.

Plug-ins austauschen

Es gibt unglaublich viele gute Plug-ins für WordPress, welche oftmals eins gemeinsam haben, sie verbrauchen enorm viel Ressourcen und bremsen jeden Blog aus. Hier solltet Ihr unbedingt nachschauen, ob man wirklich jedes Plug-in benötigt und falls doch, ob es vielleicht bessere und Performancefreundlichere Alternativen gibt. Besonders Beliebte Plug-ins wie YARP, All-In-Seo oder Twitt This, sind teilweise echte Geschwindigkeitskiller. Performancefreundliche Plug-ins mit vergleichbaren Funktionen, findet Ihr bei Sergej im Blog. Seine Plug-ins kann ich uneingeschränkt empfehlen und diese gehören so ziemlich zum Besten was man seinem Blog eigentlich antun kann. Mit der Meinung stehe ich übrigens nicht ganz alleine da. Ein gezielter Austausch von ein paar wenigen Plug-ins, kann einen ordentlich Geschwindigkeitsschub mit sich bringen.

Externe Auslagerung

Damit sind Dienste und Anbieter wie beispielsweise Banner oder auch Akismet gemeint. Wer eine paar kleinere Banner in seinem Blog eingebaut hat um damit ein paar Einnahmen zu erzielen, sollte überlegen, ob er diese Banner nicht besser auf dem eigenen Webspace hostet (falls dieser schnell genug ist). Alles was von externen Server abgerufen werden muss, benötigt stets eine gewisse Reaktionszeit, die mal mehr mal weniger intensiv ist. Nach Möglichkeit, komplett darauf verzichten. Akismet hat desöfteren solche Schwankungen die man selber gar nicht bemerkt aber irgendwann negativ in den Webmaster Tools auffallen.

Bilder und Grafiken optimieren

Falls Ihr einen relativ großen Header mit Bild verwendet, prüft wie viel Speicherplatz dies benötigt und optimiert dieses Bild gegebenfalls. Das funktioniert normalerweise mit allen gängigen Bilder Tools bzw. Bild Betrachter. JPG Format bietet sich hier an, GIF tut es natürlich auch. Je weniger Speicherplatz, umso besser. Dies gilt auch für sämtliche verwendete Bilder in den Artikel. Idealerweise kommen in Artikel nur Thumbnails zum Einsatz die erst dann vergrößert und geladen werden, wenn darauf geklickt wurde. Es macht halt schon einen Unterschied, ob nun zwei Thumbanails mit je 5kb oder zwei große Bilder mit 50kb geladen werden müssen um die Seite komplett darzustellen.Wer keine Thumbnails verwenden möchte, sollte auf jeden Fall in Zukunft mehr Sorgfalt bei der Komprimierung der Bilder legen. Dies kann sich eventuell schnell auszahlen.

Java Scripte

Java ist sehr beliebt und wird häufig eingesetzt. Leider kommt es sehr oft vor, das mehrere unterschiedliche Java Bibliotheken oder Frameworks geladen werden müssen was dementsprechend seine Zeit benötigt. Ich kenne mich da leider auch zu wenig mit aus, weiss aber das es ein recht weit verbreitetes Problem ist. Einen interessanten Artikel dazu findet Ihr hier.

Theme und CSS

Auch am Theme und dessen Stylesheet (CSS) lässt sich einiges optimieren. Hier sollte man allerdings schon halbwegs gute Kenntnisse besitzen bevor man sich an gewisse Dinge begibt. Meiner Meinung nach ist eine Optimierung der CSS zwar Sinnvoll, hat aber noch lange keine so große Auswirkungen wie beispielsweise der Austausch von Plug-ins. Das Umschreiben einer CSS kann zudem auch einiges an Zeit beanspruchen. Ist die CSS vom Designer nicht sauber strukturiert bzw. mit Kennzeichnungen versehen, steigt der zeitlich Aufwand recht schnell. Da gilt es im Vorfeld abzuwägen ob sich das überhaupt lohnt.

 

Fazit

Die gröbsten Probleme lassen sich schon durch einfachste Mittel und Methoden beseitigen und benötigen dafür weder viel Zeit noch umfangreiches Mittel. Vergessen sollte man allerdings nicht, das man solche Optimierungen doch besser für den Leser macht und nicht speziell für Suchmaschinen. Immerhin sollte der Blog auch optisch etwas ansprechend sein bzw. einen gewissen Widererkennungswert besitzen.

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15 Kommentare

  1. Marcel sagt:

    Habe den Artikel noch nicht wirklich gelesen aber eins ist mir gleich beim überfliegen des Artikels aufgefallen.

    JavaScript != Java!

  2. Andre Nitz sagt:

    Wenn du eine Seite mit wirklich viel, und damit meine ich nicht 10.000 Uniques am Tag hast – lohnt sich es sich zu 100% die CSS Datei(en) zu optimieren, da sich hier einiges an Traffic sparen lässt. Es gibt hier viele Möglichkeiten – Kurzschreibweise, keine Leerzeilen usw.

    Einen aber viel wichtigeren Teil hast du hier leider noch nicht erwähnt: Bilder!

    Gerade hier lässt sich wirklich viel einsparen – Sprites; geminderte Bildqualität usw.

    Viele Grüße, André

  3. Andreas sagt:

    @Marcel
    Steht im Absatz drin, das ich da kein Experte bin von daher weiss ich jetzt nicht was Du mit deinem Kommentar meinst??

    @Andre
    Das könnte ich mir schon vorstellen das sich dann der Aufwand bei CSS schon lohnt.
    Auf Bilder und Grafiken wird im Artikel doch eingegangen.

  4. Marcel sagt:

    @Andreas
    JavaScript und Java haben prinzipiell erstmal nix miteinander zu tun.

    Sprich die Aussage das Java sehr beliebt ist und oft eingesetzt wird mag vielleicht stimmt, hat aber mit dem Thema oben nix zu tun.

    Dort geht es um JavaScript und um JavaScript Frameworks.

    Nichts für ungut. ;-)

    Gruß Marcel

  5. Andreas sagt:

    Ah ok. Ich sehe, da muss ich mich mal intensiver mit auseinandersetzen. Danke für deine Richtigstellung :-)

  6. Ralle NL sagt:

    Bei layout-Änderungen wird gerne auch vergessen die internen CSS zu ändern, wie bei mir grad eben, das führt auch zu verlängerten Ladezeiten,da sich die CSS quasi überschneiden können, damit mein ich die Layout css und die Block css innerhalb eines Artikels.
    Banner sollten eigentlich wenigstens auf der Startseite vermieden werden, das bringt unheimlich Pluspunkte, ich halt mich aber auch nicht dran, noch nicht ;-)

  7. whit3h4t sagt:

    Mal wieder ein gelungener Posts @Andreas …

    schöne viele Anregungen & Tipps, mit denen sich einiges erreichen lässt.

    thx

    p.s.: was mir grad so ein-/auffällt … wo ist denn hier der “sharing” button? … find hier kein^^ hätte aber gerne einen haben, mindestens für twitter & facebook :D

  8. Andreas sagt:

    Danke für die Blumen. Mir fehlt so ein Button auch ;-)
    Ich muss mal den Kollegen auf wpTwitBox aufmerksam machen *Hust*

  9. Birger sagt:

    Ein Plugin, was CSS und JS-Dateien zusammenfasst und komprimiert gibt es hier:
    http://wordpress.org/extend/plugins/css-js-booster/

    Du musst ein bisschen experimentieren, weil auf Anhieb nicht alle Plugins und JS-Dateien damit funktionieren könnten. Im Notfall kannst Du auch JS-Dateien ausschließen, die nicht zusammengefasst werden.

  10. Tanja sagt:

    Gerade den letzten Punkt “Theme und CSS” finde ich eigentlich besonders wichtig und er gehört meines Erachtens viel weiter nach oben, wenn nicht sogar an die ersteren Stellen. Ich habe bereits so einiges an Themes gesehen und gerade die berühmten ‘Premium Themes’ sind häufig welche, die auch ‘premium mäßig’ die Performance in den Keller ziehen. Ein Theme das aus hunderten PHP, CSS und JS Dateien besteht, ist einfach nur ein Performance Killer. Und egal was man sonst außen rum optimiert (z.B. von den Dingen, die Du erwähnt hast), damit kommt man nur sehr selte in gute Bereiche ;-)

  11. Daniel sagt:

    Das bisschen CSS sollte eigentlich das kleinere Übel sein. Gut, JavaScripts können eine gewisse Größe erreichen. Und die Templates – sprich das HTML – sollte auch überschaubar sein. Dies alles lässt sich übrigens via mod_deflate recht gut komprimieren…

    Das Problem sind doch eher schlampig programmierte Plugins, oder einfach zu viele von diesen. Auch Bilder sind immer wieder viel zu groß! Speichert sie doch einfach mit 70% oder 80% Qualität ab und viele 100 Kilobytes brauchen nicht übertragen zu werden. Gerade dieser Punkt ist bereits mit Freeware leicht zu realisieren und bedarf praktisch keinerlei Kenntnisse.
    Zu Bildern zähle ich natürlich auch Grafiken, die im Layout verbaut sind…

  12. Tanja sagt:

    @Daniel: Schau Dir mal ein paar Premium Themes an, die sich aus hunderten von Dateien zusammensetzen, dann wirst Du mir Recht geben, dass auch ein Hauptgrund in solchen Themes liegen kann.

    Sonst natürlich können es auch Plugins und die anderen hier im Artikel erwähnten Punkte sein.

  13. Andreas sagt:

    @Tanja

    Solche Themes weisen oftmals vorhandene Plug-ins auf, die nun fester Bestandteil des Themes sind, daher auch die Probleme und hunderte(?) Dateien. Ähnliches gilt auch für die aktuelle WordPress Version, da gibt es beispielsweise PostThumbnails, die alles andere als Performance freundlich ist. TimThumbs ist da die wesentlich bessere Alternative die man seinem Theme antun kann.

    Ich nutze für meine Themes ja Artisteer was nun wirklich keinen schlanken Code produziert (weder PHP noch CSS sind schlank). Trotzdem machen diese Themes keine Probleme hinsichtlich der Ladezeit. Der Screenshot aus dem Artikel, stammt von einer Domain die ein Artisteer Theme und zahlreiche (21) Plug-ins verwendet und auf einem Shared Hosting liegt. Da bin ich stets unter 2 Sekunden. Erreicht wurde das lediglich mit der Auswahl der richtigen Plug-ins. Vorher lag es im Schnitt bei gut 4-5 Sekunden.

  14. Tanja sagt:

    Ein Artiseer Theme durfte ich mir letztens auch mal ansehen. Nicht gerade der Knaller was das Coding betrifft (schon auch einiges an unnützem Zeugs dabei, so nach dem Motto “doppelt gemoppelt hält besser”) aber definitiv wesentlich besser als die Premium Themes die ich schon gesehen habe.

    4-5 Sekunden finde ich persönlich jetzt auch nicht schlecht. Es kommen ja auch noch haufenweise andere Faktoren dazu und wenn ich mal z.B. meine crazytoast.de nehme, mit ihren knapp 500 Artikeln und über 6000 Kommentaren, da wird es schon schwer langfristig um die 2 Sekunden zu liegen. Zudem ja auch noch Adsense und GA laufen, die ja auch so einiges ausmachen diesbezüglich. Shared Hosting inklusive ;-)

  15. [...] und einige Artikel kamen bei Euch besonders gut an. Spitzenreiter war hier der Bericht zur Optimierung der Blog Ladezeit, dicht gefolgt vom Artikel, wie man die Beschreibung von Tags anzeigen lassen kann. Ein [...]

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