Letzte Woche passierte einem Framework Entwickler etwas, was man gerne als "Worst Case" Szenario bezeichnet. Bei einem Update, von dem wohl bekanntesten Framework für WordPress Namens Thesis, wurde scheinbar von Fremden, eine Malware in Thesis eingeschleust. Was dann folgte, war eine Schlammschlacht die regelrecht eskalierte.

Gehackte Server? Träge Reaktionen

thesis

Thesis erhielt ein Update auf Version 1.8 welches am 12.07. für sämtliche Kunden verfügbar war. Dieses Update war allerdings mit einer Malware infiziert, welcher von dritten eingeschleust wurde. Wie dies überhaupt möglich war, ist bisher noch nicht genau bekannt. Von Seiten des Thesis Entwicklers Chris Pearson, kann man auch nicht unbedingt sagen, das dieser besonders schnell auf erste Hinweise reagiert hat, im Gegenteil. Erst zwei Tage später wurde eine neue saubere Version zur Verfügung gestellt und die Ursache ist bis Heute noch nicht bekannt. Man wird auch das Gefühl nicht los, das man dies auch nicht nach außen hin kommunizieren möchte. Stattdessen widmet man sich lieber einer Schlammschlacht als das man sich nun intensiv um seine verunsicherten Kunden kümmert.

Schlammschlacht um GPL

Matt Mullenweg, der Chef von WordPress und bekanntermaßen ein absoluter Gegner von Thesis, nahm diesen Vorfall gleich zum Anlass, gegen Thesis ordentlich negative Stimmung zu verbreiten. Hintergrund ist, das Thesis sich nicht an die GPL für WordPress hält da es nicht von WordPress abgeleitet wurde (sehr Umstritten) und eine eigene Lizenzpolitik verfolgt. Man kann hier tatsächlich unterschiedlicher Meinung sein, die nun neu entflammte Diskussion zieht sich bereits durch zahlreiche Blogs. Es macht auch den Anschein, das dies Chris Pearson gerade recht kommt denn so wird auch ein Stück von dem aktuellen Thesis Desaster abgelenkt. Chris Pearson und Matt Mullenweg schenken sich da rein gar nichts, beide verhalten sich alles andere als Souverän und ein negativer Höhepunkt, dürfte dieses äußerst peinliche Interview auf Boulevard Niveau sein. Mittlerweile werden auch Aussagen getätigt wie "Verklag mich doch" (Chris Pearson) oder das Matt Mullenweg jedem Thesis User, der sich von Thesis trennen und ein neues Premium kaufen will, anbietet dies zu bezahlen.

Der Kunde ist der Dumme

Thesis hat sich über 25.000 mal verkauft und dementsprechend gibt es auch zahlreiche Kunden im Deutschsprachigen Raum. Am Wochenende hatte ich auch die Gelegenheit, mal den ein oder anderen Thesis User aus Deutschland und aus dem Englischsprachigen Raum zu fragen, wie diese die aktuelle Situation sehen. Der Tenor ist hier eindeutig. Man fühlt sich schlecht Informiert, ist verunsichert und einige wollen Thesis definitiv nicht mehr verwenden. Den Streit zwischen Chris Pearson und Matt Mullenweg, halten alle in dieser Situation für absolut unnötig und zum unpassenden Zeitpunkt geführt.

Dies lässt sich beispielsweise beim Admartinator im Blog verfolgen, indem sich auch einige Links zu Tweets finden lassen, die von Matt Mullenweg oder Chris Pearson stammen und recht bedenkliche Aussagen enthalten. Vielleicht hätte sich Chris Pearson besser um seine Kunden kümmern sollen und auch Matt Mullenweg sollte besser in Zukunft auf seine teils dummen und wenig hilfreichen Bemerkungen verzichten. Der Streit zwischen beiden, hat nur noch mehr Anwender verunsichert und schadet meiner Meinung nach, die Reputation beider Seiten. Wirklich professionell verhält sich da wirklich keiner mehr.

Wie ist eure Meinung dazu und was sagen eigentlich die Thesis User, die das ganze direkt betrifft? Mich würde auch mal die Meinung der Affiliates interessieren, die mit dem Partner Programm von Thesis, auch gutes Geld verdienen dürften. Da werden wahrscheinlich auch Umsatzeinbrüche zu verzeichnen sein. Für beide Seiten stellt das ganze definitv einen Super Gau dar, der zudem wohl Folgen haben dürfte.