Tools zum aufspüren von Content Diebstahl

Verfasst von Andreas am 23. Mrz 2010 | 8 Kommentare

Viele Blogger kennen dieses Problem oder waren selber mal davon betroffen: Content Diebstahl. Da wird ganz dreist, komplette Artikel geklaut und 1:1 auf einem anderen Blog veröffentlicht. Natürlich verstößt dies ganz klar gegen das Urheberrecht aber wo kein Kläger, da ist auch kein Richter. Bedeutet in diesem Fall: Wer den Diebstahl nicht bemerkt, wird dementsprechend ausgenommen. Glücklicherweise schaffen hier ein paar hilfreiche Tools Abhilfe.

 

Die Wahl der Waffen

Idealerweise sollen diese Tools, die den vermeidlichen Content Diebstahl aufspüren sollen, so einfach und so effektiv wie möglich sein. Wünschenswert wäre bestimmt auch eine kostenlose Variante und das ganze sollte auch noch als Desktop Programm verfügbar sein. Automatisierte Funktionen wären auch noch Klasse. Das sind schon eine ganze Menge Wünsche bzw. Anforderungen die es zu erfüllen gilt, da hält nicht einmal mehr ein Ü-Ei mit. Ich habe mich mal umgeschaut und drei vielversprechende Tools gefunden, die zum Teil die oben angeführten Wünsche erfüllen. Die Ergebnisse waren recht unterschiedlich aber lest selbst.

 

Copyscape

copyscape

Das wohl bei Bloggern bekannteste und wahrscheinlich auch am meisten benutzte Tool, dürfte wohl Copyscape sein. Die Bedienung von Copyscape ist sehr simpel. Man gibt einfach die URL der zu prüfenden Seite ein und Copyscape sucht automatisch nach möglichen Plagiaten. Nach ein paar wenigen Sekunden, präsentiert Euch Copyscape dann ein Ergebnis. Die gefunden Seiten mit Eurem Inhalt werden übersichtlich angezeigt und aufgelistet. Wurden keine Plagiate gefunden, bietet Copyscape dem Anwender gleich eine Auswahl von Unterseiten Eures Blogs an, die Ihr mit einem Klick überprüfen könnt. Diese Art der "Weiterführung" halte ich für praktisch. Die Ergebnisse die Copyspace ausspuckt, sind nicht schlecht. Copyscape erkennt auch Texte, die selbst kleinere Ausschnitte Eurer Artikel kopiert haben bzw. verwenden.

Copyspace hat viele Vorteile, es ist als kostenlose Version verfügbar aber auch optional als Premium Version welche erweiterte Funktionen bietet. Als Nachteilig empfinde ich, das Copyscape nur als Online Version verfügbar ist und die Nutzung der kostenlosen Variante, bei größeren Projekten auch relativ Zeitaufwendig werden kann. Hier empfiehlt sich dann die Premium Version. Alles in allem ist es nicht verwunderlich warum Copyscape so beliebt ist.

 

Uncover

uncover

Der Content Dienstleister Textbroker.com, bietet mit UN.CO.VER ein kostenloses Desktop Tool an, um gezielt Content Diebstahl aufzuspüren. Dieses Tool verwende ich seit gut zwei Jahren und bin sehr zufrieden damit. Es ist auch das einzige, mir bekannte Tool, welches als Desktop Programm erhältlich ist. Dicker Pluspunkt. Uncover bietet dem Anwender wirklich viel. Seine Texte kann man manuell via Copy und Paste überprüfen lassen was wohl eher selten vorkommen dürfte. Viel interessanter ist die Möglichkeit, einen komplette Blog von Uncover automatisch überprüfen zu lassen. Dazu indexiert Uncover sämtliche Seiten eines Blogs und sucht dabei nach möglichen Plagiaten im Internet. Das ganze lässt sich dann auch als Projekt in Uncover anlegen, abspeichern und bei Bedarf wieder aufrufen.

Zusätzlich können auch gezielte Einstellungen vorgenommen werden damit beispielsweise ab einem bestimmten Prozentsatz, Texte als geklaut bzw. Kopie erkannt werden. Eine Feinjustierung der Genauigkeit ist also problemlos in Uncover möglich. Sehr gut! Natürlich lassen sich auch einzelne URLs überprüfen was ebenfalls Sinn macht. Manchmal reichen eben auch ein paar Stichproben aus, besonders wenn es sich um wenige Seiten handelt. Uncover berücksichtigt auch eine vorhandene robtos.txt und auf Wunsch kann auch ein Proxy eingetragen und eingesetzt werden. Uncover ist sehr empfehlenswert. Unbedingt ausprobieren!

 

PlagiarismDetect

PlagiarismDetect

Eine weitere Möglichkeit zum aufspüren von geklautem Content, bietet der Online Dienst PlagiarismDetect.com. Ähnlich wie bei Copyscape, hat man hier die Wahl zwischen einer kostenlosen oder kostenpflichtigen Version. Im Gegensatz zu Copyscape, hat man bei PlagiarismDetect nur die Möglichkeit, direkt Texte überprüfen zu lassen. Ein Check via URL ist hier scheinbar nicht möglich. Dafür lassen sich die Texte aber auf dem Server hochladen, manuelles Copy&Paste ist also nicht zwingend erforderlich. Die kostenlose Version, ist für mein Empfinden, auch zu stark eingeschränkt. Da sind mir ein paar recht negative Dinge aufgefallen. Größtes Manko: Plagiate werden zwar gefunden aber es wird nicht die URL zum Plagiat angezeigt. Zumindest nicht in der kostenlosen Variante.

Die Ergebnisse sind dabei eigentlich nicht so schlecht und werden sogar mit einer sehr genauen Prozentanzahl vom kopierten Text wieder gegeben. Ein optionales Plug-in für MS Word 2007 wird auch angeboten. PlagiarismDetect ist scheinbar noch recht neu denn die möglichen kostenpflichtigen Versionen sind noch nicht alle erhältich, hier wird also noch gearbeitet. Die kostenlose Variante ist also nur als reiner "Teaser" anzusehen, wirklich praktisch ist diese nicht da es hier an der Ausgabe der Ergebnisse mangelt. Eigentlich schade denn PlagiarismDetect sieht sehr interessant aus. Mit ein wenig mehr (eingeschränkten) Funktionen, würde man sicherlich eine größere Menge von Anwender überzeugen können.

 

Fazit

Content Diebstahl wird leider auch in Zukunft ein wichtiges Thema bleiben und es empfiehlt sich, mindestens alle zwei Wochen seinen Blog auf Content Diebstahl überprüfen zu lassen. Wer mit einer Online Lösung zufrieden ist, greift auf das bewährte Copyscape zurück. Spätestens bei großen und und umfangreichen Projekten, sollte eine professionelle Lösung in Betracht gezogen werden. Ein Blick auf das kostenlose Uncover, dürfte dem wahrscheinlich gerecht werden.

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Dieser Beitrag wurde von Andreas verfasst. Aktuell schreibt Andreas auch auf seinem Blog webseiten-labor.de, zudem war er Betreiber von wp-zone.de, den er zugunsten einer Zusammenarbeit mit Blogszene eingestellt hat.

  • Website: http://www.webseiten-labor.de

8 Kommentare

  1. Phil sagt:

    Wie geht man denn weiter vor, wenn man den Content-Diebstahl entdeckt hat?

  2. Andreas sagt:

    Hallo Phil,

    da gibt es mehrere Möglichkeiten:

    - den Seiteninhaber direkt kontaktieren
    - Hoster benachrichtigen bzw. Informieren
    - Google Report einreichen

    Meistens reicht es schon, den Verursacher direkt anzuschreiben. Ich denke, wir werden da mal einen ausführlichen Artikel darüber verfassen. Sowohl eisy als auch ich, haben da Erfahrung und sicherlich auch unterschiedliche Methoden bzw. Vorgehensweisen ;-)

    Gruß,
    Andreas

  3. Lucien sagt:

    Ich nutze schon seit einiger Zeit PlagAware in der kostenpflichtigen Version und bin sehr zufrieden damit. In wie weit es sich mit den anderen Tools vergleichen lässt kann ich jedoch nicht sagen.

    Gruß Lucien

  4. Luigi sagt:

    Danke für die erklärenden Worte. Da werde ich mir mal das Undercover anschauen. Bis jetzt bin ich zwar von diesen Trollen verschont geblieben, aber man kann ja nie wissen.

  5. [...] Am Anfang steht einmal das zeitige Auffinden der geklauten Inhalte. Handelt es sich dabei um Texte, so geht das relativ einfach: Einige prägnante Sätze werden in Anführungszeichen gesetzt und in die Google-Suche eingegeben. Doch es gibt für die Suche nach Klau-Content mittlerweile auch einige interessante Tools, wie Copyscape, Uncover oder PlagiarismDetect, die Andreas Haswell auf Blogszene.com vorstellt. [...]

  6. Danke für die Aufstellung. Ich brauche diese Tools sicherlich auch bald. ich nutze plagaware.de, ich weiß aber noch nicht, welches Tool besser ist. Mir klaut noch keiner was ;-)

    Gibts jemand, der schon alle mal getestet hat ?

  7. Marcus sagt:

    Ist das mit den geklauten Texten wirklich so ein Problem, wie viele immer schreiben? Also ich habe schon vieles geschrieben – aber keiner meiner Texte ist kopiert, wie ich gerade mit solchen Tools überprüft habe. Darüber bin ich eigentlich froh.
    Was wird denn dann überhaupt geklaut?
    Texte über technische Neuerungen, Erotik, Esoterik, Geschichten oder was?

  8. Enrico sagt:

    Schöner Artikel, der hilft mir aktuell weiter, weil ich nämlich erstmalig mit so einem Fall von Content-Klau konfrontiert worden bin. Werde jetzt die o.g. Tools mal alle durchgehen und hoffen, dass ich nicht noch mehr abgeschriebene Texte von meiner Seite im Web finde!

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