Was taugen Web Analysen in der Praxis?

Verfasst von Andreas am 30. Mrz 2010 | 10 Kommentare

Fast jeder kennt Analyse Seiten wie Seitwert.de oder webmastercoffee.com. Obwohl die Ergebnisse solcher Online Analysen von den meisten als Fragwürdig angesehen werden, erfreuen sich diese nach wie vor großer Beliebtheit. Mittlerweile gibt es eine doch recht ansehnliche Anzahl um den eigenen Blog analysieren zu lassen. Ich habe diese mal mit meinem alten Blog getestet und die Resultate waren doch sehr unterschiedlich.

 

Was bringt mir eine Blog Analyse?

Berechtigte Frage. Was viele für eine reine Spielerei ansehen, kann unter Umständen aber tatsächlich kleinere oder auch größere Probleme aufdecken auf die man selber nicht gekommen wäre. Darstellungsfehler, langsame Ladezeiten, Probleme mit der Browser Kompatibilität oder fehlerhafte interne Verlinkung, sind nur einige Punkte, die man eventuell übersieht und durch eine Blog Analyse aufgedeckt werden können. Letztendlich können solche Analysen also tatsächlich recht hilfreich sein.

 

Webpagetest.org – Detaillierte Tiefenanalyse

webpagetest

Webpagetest ist leider nur komplett in Englisch verfügbar aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen. Ich halte die Tiefenanalyse von Webpagetest als die beste und diese zeigt etliche Dinge auf, die zwar nicht immer besonders wichtig erscheinen aber in der Summe ein praxisnahes Ergebnis ergeben. Wer die gröbsten Punkte beseitigen will, ist mit Webpagetest als Hilfe oder zur reinen Orientierung, bestens beraten. Webpagetest liefert unter anderem auch Ergebnisse für Gzip, Java Scripte, Css, Graphiken und dergleichen mehr. Somit erkennt man schnell, welche Dateien es zu optimieren gilt bzw. welche man Komprimieren könnte. Mit Bildern fängt man beispielsweise an und geht dann zur CSS über. Je wenige KB zu laden sind, umso besser. Um den eigenen Blog ordentlich auf Vordermann zu bringen, ist Webpage mit seiner Tiefenanalyse ein ideales Hilfsmittel. Webpagetest.org ist alles andere als Oberflächlich und hebt sich deutlich von allen anderen Online Analysen ab. Sehr Empfehlenswert und mein persönlicher Favorit.

Pro: Beste Tiefenanalyse, Praxisnah, Detailliert – Kontra: Nur in Englisch, Einsteiger können schnell überfordert werden

 

Webmastercoffee.com

webmastercoffee

Die Analyse von Webmastercoffee ist sehr übersichtlich und bietet zahlreiche Informationen. Der Anwender wird neben den Ladezeiten beispielsweise auch über die verwendeten Java Skripte, der Blog Software oder gar der Tracking Methode informiert. Besonders positiv hervorzuheben sind die jeweiligen Erklärungen zu den einzelnen Elementen was die Analyse speziell für Einsteiger empfehlenswert macht. Zudem werden auch ein paar SEO Werte ausgeliefert welche aber nicht wirklich 100% stimmen. Um den Blog anhand dieser Daten gezielt zu optimieren, eignet sich Webmastercoffee allerdings nicht. Dafür sind die Angaben nicht detailliert genug. Mir fehlt hier auch eine Angabe zur Browser Kompatibilität. Webmastercoffee glänzt mit einer übersichtlichen Analyse die sich besonders für Einsteiger eignet um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen.

Pro: Komplett Deutsch, Einsteiger freundlich, Gute Erklärungen – Kontra: Fehlende Browser Kompatibilität, Mangelnde Tiefenanalyse

 

Seitwert.de

Seitwert

Seitwert wurde erst kürzlich einem Relaunch unterzogen und versteht sich als SEO und Seitenanalyse. Mit dem Relaunch wurden nun auch kostenpflichtige Analysen angeboten. Ich habe nur die kostenlose Analyse ausprobiert. Für die Analyse werden verschiedene relevante SEO Daten wie Suchmaschinen, Social Bookmarks und dergleichen mehr, ausgewertet und mit einer entsprechenden Punktzahl angegeben. Das ganze wird optisch ansprechend sowie übersichtlich präsentiert. Es lassen sich auch sämtliche Details optional anzeigen, was bei einer Auswertung auch zu empfehlen ist. Die gemachten Vorschläge zu möglichen Verbesserungen, erscheinen mir teilweise recht brauchbar. In wie fern die komplette Analyse wirklich praktischen Nutzen zur SEO Optimierung hat, ist jedem selber überlassen. Das durch die Werte ermittelte Ranking, welches auch in Seitwert in die Top 100 übernommen wird, halte ich eher für Spielerei. Dennoch erscheint mir das ein oder andere hilfreich zu sein und eignet sich sicherlich zur Prüfung für neue Blogs.

Pro: Deutsch, Übersichtlich, Optimierungsvorschläge – Kontra: Etwas Oberflächlich, Tiefenanalyse kostenpflichtig

 

Seitenreport.de

Seitenreport

Die Web Analyse von Seitenreport.de hat auf mich einen guten Eindruck hinterlassen. Diese ist für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene Anwender recht hilfreich. Die Analyse ist sehr umfangreich und lässt kaum Wünsche offen. Die Werte weichen in einigen Fällen von den Mitbewerbern stark ab, was wohl mit den verwendeten Algorithmen zusammenhängt. Sehr erfreulich ist der gelungene Mix der Tiefenanalyse welcher zudem recht ordentlich dargestellt wird. Neben SEO und verwendeter Blog Technik, wird hier auch der Traffic umfangreich analysiert. Der Seitenreport liefert eine gute Übersicht und ermöglicht auch erste Ansätze zu einer möglichen Blog Optimierung, sei es nun für SEO oder die Geschwindigkeit. Einige Werte bekommt man nur als registrierte Nutzer präsentiert was mir nicht sonderlich gefällt. Im großen und ganzen aber eine hilfreiche Analyse.

Pro: Deutsch, Umfangreich, Einsteiger und Fortgeschrittene – Kontra: Etwas fragliche Ergebnisse, Registrierung teilweise vonnöten

 

Seittest.de

seittest

Eine etwas andere Analyse bietet Seittest an. Hier wird nicht nur eine Technische und Inhaltliche Überprüfung durch geführt, der Blog wird auch auf Spam, Reputation und Usability (Handhabung) geprüft. Etwas Fragwürdig finde ich allerdings die Ermittlung der Reputation eines Blogs, da werden mir zu viele Faktoren nicht berücksichtigt. Sehr schön bei der Auswertung: alles wird auf Wunsch genau erklärt. Hier hat man sich wirklich Mühe gegeben. Um den eigenen Blog anhand der gelieferten Werte optimieren zu können, fehlt es allerdings an Tiefgang. Da liegen die Mitbewerber, meiner Meinung nach, deutlich vorne. Es ist auch relativ einfach, eine gute oder gar sehr gute Bewertung zu erhalten. Hier sollte eventuell nach gebessert werden. Der tatsächliche Nutzen der Analyse hält sich hier schon sehr in Grenzen.

Pro: Deutsch, Analyse von Spam und Reputation, gute Dokumentationen -  Kontra: Fragwürdige Ergebnisse, mangelnde Tiefenanalyse

 

Es gibt so einige praktische Online Dienste, die unterschiedliche Analysen anbieten, die mal mehr, mal weniger hilfreich sind. Bei allen Auswertungen sollte man allerdings die eigenen Log Daten und zusätzlich Google Analytics bzw. Google Webmaster Tools heranziehen. Bei den meisten wird leider die Browser Kompatibilität vernachlässigt was ich fast schon als Fahrlässig betrachte. Denn was bringt mir eine detaillierte Tiefenanalyse, wenn mir diese nicht anzeigt, das der Blog in Firefox, Internet Explorer oder Chrome, unterschiedlich dargestellt wird? Eine Tiefenanalyse sollte also nicht nur aus rein technischer oder SEO Sicht durch geführt werden, sondern auch die Ansicht eines Besucher berücksichtigen. Dazu gehören neben Ladezeiten, übergreifende Browser Standards auch eine Benutzerfreundliche Navigation.

Als ich diesen Artikel verfasste, veröffentlichte Timo Aden gerade einen interesseanten Artikel in seinem Blog, der sich ebenfalls mit der Web Analyse beschäftigt und zudem sehr lesenswert ist.

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Dies ist nur ein GravatarAutor: Andreas

Dieser Beitrag wurde von Andreas verfasst. Aktuell schreibt Andreas auch auf seinem Blog webseiten-labor.de, zudem war er Betreiber von wp-zone.de, den er zugunsten einer Zusammenarbeit mit Blogszene eingestellt hat.

  • Website: http://www.webseiten-labor.de

10 Kommentare

  1. shan_dark sagt:

    Danke für die interessante Übersicht – es waren einige Seiten dabei, die ich noch nicht kannte. Seitwert nutze ich recht oft und finde ich gut. Seitenreport.de war mir jetzt neu, hab ich ausprobiert und mir hat gefallen, wie umfangreich es ist. Aber die Daten sind wirklich fragwürdig bzw. stimmen überhaupt nicht: z.b. hat das Tool Alternativtexte gefunden, wo keine sind. Dann betrachtet man den Rest auch gleich etwas kritischer.
    Seittest.de wiederum geht mir nicht weitgenug.
    Alles in allem analysiere ich wahrscheinlich besser einzelne Bereiche (z.B. Backlinks, Sichtbarkeit, Ranking) mit den darauf spezialisierten Tools oder Siteabfragen – als alles mit einem. Wie gesagt: seitwert.de finde ich für einen generellen Überblick ganz gut, kann aber keine SEO-Seitenanalyse ersetzen.

  2. Schöne Übersicht, habe eigentlich nur immer mit Seitwert.de gearbeitet, werde mir den Rest aber nun auch mal genauer ansehen.

  3. Perun sagt:

    Hallo Andreas,

    es fällt mir ein bisschen schwer Tools ernst zu nehmen, die im Jahre 2010, fehlende Meta-Keywords (Sitewert.de) als Negativpunkt ansehen.

    Grüße

  4. Hast Applimana vergessen ;-)

  5. eisy sagt:

    Hallo Perun,

    genau das ist der Grund, warum ich von solchen Tools einfach nur Abstand halte. Es bringt nichts! Weiter geht es dann mit Abzügen wegen fehlenden Favicons … Natürlich, straft mich Google gleich mal ab, was? :)

    Finde den Artikel allgemein aber gut gelungen :) Deshalb müssen mir die Tools ja trotzdem nicht gefallen!

  6. Perun sagt:

    Hallo eisy,

    habe mich leider etwas missverständlich ausgedrückt. Gegen den Artikel von Andreas ist nichts einzuwenden. Finde die Auflistung auch hilfreich. Die Enttäuschung bezog sich auf den Dienst selber.

    Grüße

  7. eisy sagt:

    Hi Perun :-)

    ich hatte das schon richtig verstanden :D … aber jetzt wissen es auch alle ;)

  8. Nutze die angesprochenen Tools hauptsächlich zur Suche nach kleineren Fehlern bzw. vergessenen Kleinigkeiten, die vielleicht so nicht aufgefallen wären. Ob mir hier oder da Punkte nicht gegeben werden, ist hierbei sicher nebensächlich.
    Blöd ist allerdings, wenn Kunden, die sich eine kleine Website haben erstellen lassen, diese Werkzeuge kennen und für das Maß aller Qualitätskritärien halten. Da muss man teilweise anfangen zu erklären, warum man bei Alexa so schlecht abschneidet oder wie die Dachdecker-Seite am schnellsten zu 10.000 Social-Bookmark-Links kommen könnte.

  9. Tanja sagt:

    Ich persönlich halte nicht viel von solchen Diensten, außer dass sie eine nette Spielerei sind ;-)

  10. [...] die auch die Reaktionszeit vom Server ermitteln, ein paar davon habe ich erst kürzlich in diesem Bericht vorgestellt. Nutzt Ihr beispielsweise extrem günstiges Shared Hosting, bedeutet dies das Ihr Euch [...]

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