Beim aktuellen Webmasterfriday ist Wikipedia das Thema. Martin möchte von den Teilnehmern wissen, wie man zu Wikipedia steht. Verschiedene Fragen stellte er sich dabei. An diesem Thema nehme ich sehr gerne teil. Ich habe gegenüber Wikipedia eine äußerst positive Meinung. Ich sehe das Portal aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen als SEO, zum anderen natürlich auch als Leser der Wissen sucht.

Für mich ist Wikipedia purer Luxus im Web. Das Internet ohne Wikipedia möchte ich mir nicht vorstellen. Viele Themen wurden darin besprochen. Antworten finden sich im Wikipedia eigentlich immer. Und wenn nicht dort, dann in diversen Q&A-Networks. Ich bin viel im Internet unterwegs um Recherchen anzustellen. Einige Leser wissen, dass ich diverse Seiten über Reptilien habe. Ich kann natürlich nicht jede Schildkröte und auch nicht jede Schlange auswendig kennen. Um fachkundige Inhalte zu produzieren brauche ich oft die Unterstützung der Wikipedia. Die Wikipedia ist neben Fachbüchern und Print-Magazinen meine Quelle für tierischen Content.

Wie viele Bücher müsste ich kaufen wenn Wikipedia nicht wäre. Aber ganz ehrlich, man kann auch sagen: wie viele Bücher gäbe es nicht, wenn Wikipedia nicht wäre. Oft genug findet man Web- und Print-Content der einem irgendwie bekannt vorkommt. ;-) Aber lassen wir dies, denn das ist ein anderes Thema.

Ich möchte mir mal die Fragen von Martin ansehen. Vielleicht finde ich auf die eine oder andere ja auch eine Antwort.

Nun hat sich Wikipedia im Laufe der Zeit natürlich weiterentwickelt, und es wächst ständig weiter. Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen, Anforderungen und Werte im Internet. Das wirft Fragen auf. Sind die Artikel überhaupt noch lesbar?

Klar sind die Artikel noch lesbar. Je nach Bereich in dem man sich bewegt, lesen sich Wikipedia-Artikel etwas schwer. Besonders auf medizinischen Exkursen erlebt man da die tollsten Sachen. Aber alles in allem finde ich die Artikel immer noch lesbar. Hinzu kommt, dass viele Artikel ja auch ständig erweitert, aktualisiert und „modernisiert“ werden.

Für wen sind sie geschrieben?

Für mich!

Nachdem es vor einigen Jahren zu Missbrauch und Unstimmigkeiten gekommen war, hat Wikipedia ein hierarchisches Autorensystem angelegt. Was haltet ihr davon?

Hierarchien sind wichtig in einem offenen System. Kein Moderatorenteam der Welt kann es schaffen, eine Quelle wie Wikipedia richtig zu moderieren. Das funktioniert nicht und genau das erlebte man in den letzten Jahren. Aus diesem Grund ist es folgerichtig hier bessere Hierarchien zu bilden und durchzusetzen. Mal ehrlich, seit der Einführung dieser ist Wikipedia wesentlich weniger Missbrauchsopfer. Und nein, es widerspricht nicht der Open-Community, denn weiterhin kann jeder an Wikipedia teilnehmen. Die Plattform ist offen.

Ein zweiter Aspekt scheint mir wichtig. Das Internet wird zunehmend kommerzialisiert. Inzwischen schalten auch kleine Blogger und Website-Betreiber immer häufiger Werbung auf ihren Seiten. Der Grundgedanke dahinter: von die Arbeit, die man mit dem Blog hat, möchte man auch – zumindest ein wenig – profitieren. Werbung ist eine einfache Form, den Blog zu versilbern – zumindest theoretisch. Das Grundverständnis, dass man Arbeit im Internet nicht ehrenamtlich macht, wächst. In diesem Kontext ist ein Dino-System wie Wikipedia natürlich ein Ärgernis: denn dort stellen die Redakteure nach wie vor alles ehrenamtlich zur Verfügung. Aber: ist ehrenamtliche Arbeit im Internet überhaupt noch selbstverständlich?

Ein „Ehrenamt“ zu übernehmen ist immer für die Person selbstverständlich, die es übernimmt. Das besagt auch schon der Begriff. Die Personen die eine ehrenamtliche Tätigkeit, die jemand übernimmt, anerkennen, sehen dies nicht als Selbstverständlichkeit sondern als ehrenvolle Leistung! Aus diesem Grund bin ich auch stolz darauf, Mitglied diverser Vereine (DGHT, Reptilienauffangstation München e.V. etc.) zu sein. Ich übernehme da kein Ehrenamt, aber ich unterstütze die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Die haben es alle verdient! Wikipedia unterstütze ich als Autor. Gerne sogar und das lässt auch nicht wirklich nach. Trotz all diesen Veränderungen der letzten Jahre.

Eine Veränderung für die nachwachsende Web-Landschaft ist Wikipedia nicht und sie verhindert auch nichts. Maximal trägt sie dazu bei, Suchmaschinen wertvollen Content zu liefern und billige Kopien zu verdrängen. Was ich persönlich sehr toll finde.

Aus Sicht eines SEOs oder Bloggers finde ich Wikipedia ebenfalls in Ordnung. Natürlich rankt das Portal sehr, sehr häufig vor mir. Aber ich habe schon oft genug meine Seiten vor der Wikipedia gesehen. In der Regel gelingt es mir nur dann, wenn meine Inhalte wirklich besser, ausführlicher und komplexer sind. Aber dann erkennt Google es auch an. Aus diesem Grund dient Wikipedia auf SEO-Ebene eher als Motivation statt als Konkurrent. :-)

Dies soll mein Beitrag zum aktuellen Webmasterfriday sein! Ich hoffe es nehmen zahlreiche Leute teil.