Wohin treibt das Social-Web?

Verfasst von Andreas am 19. Mrz 2010 | 3 Kommentare

Wieder einmal ist es Freitag und somit Zeit für den Webmaster Friday. Dieses mal wird sich mit dem Thema Social Web befasst und der Einfall hierzu stammt aus unserer Ecke. Meiner Meinung nach, ist Social Web bei weitem nicht das, was es versucht vorzugeben. Es mangelt zu oft an der Sozialen Komponente.

 

Was Social Web sein sollte

Webmaster Friday Blog

Aus meiner Sicht, sollten sämtliche Social Web Seiten eins gemeinsam haben, viele Menschen zusammen bringen, dadurch neue Kontakte ermöglichen, die Kommunikation untereinader fördern, Gedanken- sowie Erfahrungsaustausch ermöglichen. Auf welcher Basis das auch immer möglich gemacht wird, es sollte in vielerlei Hinsicht, offen sein. Damit meine ich nicht nur Sprachen, Handhabung und eben für jeden Zugänglich, sondern auch was die Schnittstellen betrifft. Ein gutes sowie Praxisnahes Beispiel, welches mir da auf Anhieb einfällt, ist Twitter in Verbindung mit Formspring.me. Einige Web Worker und Entwickler, beantworten dort sehr kompetent Fragen zu bestimmten Themen. Quasi ein Spagat zwischen Support und Wissen teilen. Klasse Sache. Hoffentlich entwickelt sich das noch weiter.

Kleine Tools, wie Tweets2Delicious sind für mich auch ganz klar ein Bestandteil vom Social Web. Wer dieses Tool einsetzt, verschenkt ohne großen Aufwand, einen Link zu einem guten Artikel. Das ganze geht wieder in Verbindung mit Twitter, Tweet mit passendem Hashtag versenden, am nächsten Tag hat der Autor für seinen guten Bericht einen Link von Euch bekommen. Ist bei mir im Dauereinsatz und auch Blogszene verteilt damit Links. Und während ich das hier schreibe, frage ich mich, ob Twitter nicht "nur" ein Microblogging Dienst ist, sondern mittlerweile auch ein wichtiger "Verteiler" für das Social Web ist? Denn eigentlich passiert da alles, was man sich unter modernem Social Web so vorstellt: Kommunikation, Weitergabe von Informationen und gegenseitige Hilfe.

Was Social Web nicht ist

Social News sind es meiner Meinung sicherlich nicht. Portale wie Yigg und Konsorten sind beinahe komplett automatisiert und dienen nur einem Zweck: Geld machen, so einfach wie möglich. Damit man an solchen "Sozialen" Sachen als Blogger teilnehmen darf, muss man denen erlauben, Auszüge aus dem eigenen Content zu veröffentlichen. Oder man muss noch extra Angaben machen, sonst darf man nicht mitmachen. Das wird wird dann man mit vielen anderen Auszügen unter einem wichtigen Tag zusammen gefasst, fertig ist eine neue Seite. Sogar mit viel unterschiedlichem Content. Eurem Content. Das Portal selber hat nicht eine einzige Zeile dazu bei getragen dafür aber noch ordentlich Werbung mit rein gepackt. Das ist dann deren Ansicht von Social.

Damit es auch genügend Backlinks gibt und diese Seite dementsprechend in Google zu finden ist, bieten diese den Ahnungslosen Nutzern noch einen schicken "Voting Button" an den eh kaum einer betätigt. Um das ganze wirklich 100% auszuschöpfen, packen wir neben viel viel Werbung noch eine schickes Tool (eine so genannte Bar) bei, verkaufen diese all sinnvolles Ultimatives Web 2.0 Tool und klauen damit auch noch die paar wenigen Besucher, die einem eigentlich so ein Social Dienst doch versprochen hatte. Der Blogger wundert sich indes, warum plötzlich weniger Besucher kommen oder warum er in Google nicht mehr so gut gefunden wird. Von daher auch gleich mein Tipp an alle WordPress Blogger: Frame Free sollte in jedem Blog aktiviert sein denn diese Toolbars werden von zahlreichen Social Web Dienste angeboten. Frame Free knipst die alle aus.

Weil das einigen Social Web Diensten noch nicht ausreicht, schicken die noch netterweise ein paar Bots, welche gnadenlos Euren Blog im Sekundentakt crawlt damit auch ja neuer Content zeitnah abgegriffen werden kann. Halb so wild denkt Ihr? Dann bitte jetzt mal anschnallen: ubervu.com klaut greift sich sämtliche Kommentare 1:1 aus Eurem Blog und veröffentlicht diese inklusive Gravatare auf Ihrer Seite. Zu guter letzt, wird noch ein Bild (falls vorhanden) aus dem Artikel genommen und verwendet. Urheberrechtverstöße ohne Ende. Das nennt sich dann Social Web.

Wer wissen möchte, wie ein echtes Social News Portal aussieht und funktioniert, dem empfehle ich Rivva.de. Zur Zeit leider offline da es einen Servercrash gab. Wer Rivva noch nicht kennt, da steckt kein Unternehmen hinter, sondern eine einzelne Person die das alles bewältigt und uns zur Verfügung stellt. Ohne irgendwelche hinterhältigen Methoden. Mal ein dickes Danke an dieser Stelle und zu recht eins der besten Beispiele im Web, wie ich mir Social Web vorstelle.

Die Zukunft von Social Web?

Social Web ist kurzlebig, anders kann man das nicht sagen. Viele Social Web Dienste bleiben früher oder später auf der Strecke, es sei denn sie haben tatsächlich eine wirklich sinnvolle Bedeutung für den Nutzer. Wie ich darauf komme?

Kenn Ihr noch Friendster? Nein? Dann bestimmt MySpace? Ach, fast schon vergessen? Dann aber bestimmt Facebook. Klar. Frage, was haben die alle gemeinsam? Antwort: Ein sinnloses Wettrennen wer die meisten Freunde vorzuweisen hat. Wird ziemlich schnell langweilig. Man versinkt da auch ganz schnell im absolutem Social Web Müll. 1000 Freunde bei Facebook aber erreichen tut man wirklich nur eine Handvoll, wenn überhaupt.

Ich glaube bei YouTube könnte noch einiges passieren und wahrscheinlich auch noch bei Flickr. Falls nicht, ist das auch kein Problem. Dann greift man zum Ursprung des Social Web zurück, dem Forum. Aber der eigentliche Ursprung waren ja Mailboxen und kaputte BTX Zeiten…

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3 Kommentare

  1. Ralle NL sagt:

    Das wird noch recht schwierig werden in Zukunft, ich glaub als nächstes sind vielleicht “Briefe schreiben und am Wochenende zur Party treffen” wieder in, und das alles ohne Handy

    Schöne Freitagsgrüße
    der Ralle

  2. Hallo,

    ich denke die spannende Frage nach der Zukunft wird sich dann stellen, wenn ein Übergang von Web2.0->Web3.0 zu verzeichen ist.

    Die Plattformen, die sinnvoll eine (sichere) “digitale Identität” und eine Semantik aufweisen können, werden sich durchsetzen.

    Es muss ein Mehrwert entstehen, alleine die meisten User wird nicht (mehr) reichen. So konnte jetzt vielleicht noch Facebook gewinnen, aber die Zukunft muss ganz klar “mehr” für den User bringen, und auch diese werden anspruchsvoller.

    Gruß
    Sebastian

  3. [...] Webmaster-Friday. Eigentlich ein tolles Thema. Nur leider hat außer Andreas (Artikel: “Wohin treibt das Social-Web?“) niemand mitgemacht. Falsch: eben noch, kurz vor Toresschluss, sich noch Peer mit einen [...]

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